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Heroes Reborn: Neue Helden in überladener Story

Heroes Reborn: Neue Helden in überladener Story © Universal Pictures

"Heroes Reborn", die Fortsetzung zur NBC-Serie "Heroes", ist enttäuschend ausgefallen.

Die Wege der US-amerikanischen TV-Branche sind manchmal unergründlich. Es bleibt ein Rätsel, warum sich das Network NBC im vergangenen Jahr ausgerechnet die 2010 eingestellte Science-Fiction-Serie "Heroes" für ein Reboot ausgesucht hat.

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Zwar war das Format aus der Feder von Tim Kring ("Chicago Hope", "Crossing Jordan") in den ersten beiden Staffeln ein Quotenerfolg. Doch mit Season 3 und 4 ließ das Zuschauerinteresse deutlich nach. Das lag sicher auch an den zunehmenden inhaltlichen Schwächen im Laufe der Geschichte um eine Gruppe von übernatürlich begabten Menschen.

Spagat zwischen alten und neuen Zuschauern

Treue Fans, die damals dennoch bis zum Ende durchgehalten hatten, wurden schließlich bitter enttäuscht: Das Serienfinale von "Heroes" mündete in einem Cliffhanger. Kring und sein Team hatten wohl noch bis zuletzt an eine Fortsetzung geglaubt. NBC zog allerdings den Stecker. Mit der 13-teiligen Miniserie "Heroes Reborn", die hierzulande am 12. Mai auf DVD und Blu-ray erscheint, hat der Sender Jahre später nun doch noch ein Sequel umgesetzt.

Kring und sein Autorenteam standen dabei vor einer großen Herausforderung: Sie mussten alten Fans Antworten auf offene Fragen aus der Originalserie liefern und gleichzeitig Zuschauern ohne Vorwissen gerecht werden. Weiteres Problem in der ersten Sache: Es konnten nur wenige Schauspieler aus dem ursprünglichen Cast für relativ kurze Gastauftritte gewonnen werden.

Jack Coleman nimmt als Noah Bennet zumindest zu Beginn von "Heroes Reborn" noch eine größere Rolle ein. Dazu gibt es ein Wiedersehen mit Christine Rose als Angela Petrelli, Masi Oka als Hiro Nakamura sowie Sendhil Ramamurthy als Mohinder Suresh. Die Integration der alten Charaktere wirkt aber an vielen Stellen bemüht und konstruiert. Für Neueinsteiger ohne "Heroes"-Vorwissen bleiben viele Zusammenhänge und Beziehungskonstellationen zunächst unklar.

Fiese Verschwörung gegen die Evos

Überhaupt hält sich "Heroes Reborn" in den ersten Folgen nicht mit Erklärungen auf, sondern geht gleich in medias res, um eine neue Story auf den Weg zu bringen: Die normalen Menschen und die sogenannten Evos mit übernatürlichen Fähigkeiten haben ein friedliches Miteinander gefunden. Dann kommt es jedoch bei einer Convention in Odessa, auf der Evos ihre Talente vorstellen, zu einem schrecklichen Terroranschlag.

Tausende Menschen verlieren dabei ihr Leben. Erica Kravid (Rya Kihlstedt), die mächtige Chefin eines High-Tech-Unternehmens, macht die Evos dafür verantwortlich. Ein Jahr später werden diese verfolgt, gejagt und wie Schwerverbrecher behandelt. Auch der junge Außenseiter Tommy (Robbie Kay) befindet sich mit seiner Mutter auf der Flucht, weil er über ein ganz besonderes Talent verfügt: Er kann Dinge und Personen an andere Orte oder in eine andere Zeit beamen. Deshalb ist schließlich auch Erica hinter dem Jungen her.

Noah Bennet, der den Odessa-Anschlag überlebt hat, kommt dem perfiden Plan der Intrigantin mehr und mehr auf die Schliche. Dafür ist aber eine folgenschwere Zeitreise mit Hilfe von Hiro Nakamura nötig, die auch das Schicksal von Bennets Tochter Claire (Hayden Panettiere) klärt und ein wichtiges Vermächtnis der Cheerleaderin offenbart.

Erzähltempo erst gemächlich, dann rasant

Was ein junges, den Himmel beschwörendes Mädchen in der Wüste (Danika Yarosh) und eine tapfere Computerspiel-Heldin aus Japan (Kiki Sukezane) mit all dem zu tun haben, zeigt sich erst im weiteren Verlauf der Serie. Nur so viel sei verraten: Es geht mal wieder darum, die Welt zu retten.

Das Erzähltempo nimmt in der zweiten Hälfte von "Heroes Reborn" deutlich zu, die vielen einzelnen Nebenhandlungen laufen zusammen. Komplex und verwirrend wird das Ganze durch ständige Zeitsprünge und den Wechsel von Realitätsebenen. Die Logik bleibt dabei genauso auf der Strecke wie echter Tiefgang: Die Autoren haben anfangs einfach zu viele Baustellen eröffnet, um alle zufriedenstellend zu vollenden. Es bleibt ebenso keine Zeit für detaillierte Charakterstudien.

So erweisen sich die Evo-Jäger Joanne (Judth Shekoni) und Luke (Zachary Levi) sowie der selbsterklärte Superheld Carlos Gutierrez (Ryan Guzman) als kaum relevant fürs Hauptgeschehen. Noch überflüssiger als die zahlreichen Nebenschauplätze ist aber ein erneuter Cliffhanger, der in der Finalfolge noch ans eigentlich recht runde Ende angeklebt wurde. Wieder bleiben die Fans im Regen stehen: NBC wird "Heroes Reborn" nicht fortführen. Das Serien-Reboot war mit durchschnittlich 4,32 Millionen Zuschauer pro Folge kein großer Erfolg und ohnehin nur als Miniserie angedacht.

Am Ende wieder viele offene Fragen

Das Bonusmaterial der DVD bietet für Fans Extra-Szenen, ein kurzes Making-of und die begleitende Webserie "Heroes Reborn: Dark Matters". Diese beleuchtet die Geschichte der Figur Phoebe Frady (Aislinn Paul), die in den TV-Folgen nur am Rande auftaucht.

Fazit: Mehr als über diese halbherzige Neuauflage wären "Heroes"-Fans sicher über einen abschließenden Film mit der ursprünglichen Besetzung erfreut gewesen. Dieser hätte die offenen Fragen nach der unglücklich beendeten Season 4 beantworten können. Mit "Heroes Reborn" wurden unterm Strich nur noch mehr aufgeworfen. Schade!

Link: www.syfy.de/serien/heroes-reborn-staffel-1

Veröffentlichung am 12.05.2016 auf DVD und Blu-ray (Universal Pictures Germany GmbH).

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