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First Look: ''Blood & Oil'' plätschert gen Absetzung

First Look: ''Blood & Oil'' plätschert gen Absetzung © 2015 ABC

Don Johnson ist kein Larry Hagman und "Blood & Oil" kein neues "Dallas".

In den letzten Jahren zogen die US-Networks schnell den Stecker, wenn ein Neustart nicht funktioniert hat. Doch in dieser TV-Saison wird ein Seriensorgenkind nicht einfach abgesetzt. Wenn die Quoten nicht steigen, schrauben die Sender einfach die Folgenanzahl herunter.

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So geschehen bei der neuen ABC-Soap "Blood & Oil". Die ursprünglich auf 13 Folgen ausgelegte erste Staffel soll jetzt nur noch zehn Episoden umfassen. Sieben davon liefen bereits am späten Sonntagabend auf dem ehemaligen Sendeplatz von "Revenge". Unser "First-Look"-Check verrät, warum die neue Seifenoper bei Weitem nicht so unterhaltsam ist wie die Rache-Intrigen in den Hamptons.

Achtung, die folgende Inhaltsangabe enthält leichte Spoiler!

Die Story: Vom neuen Ölboom in North Dakota will auch ein junges Ehepaar profitieren. Cody und Billy LeFever träumen vom großen Geld und machen sich mit geliehenem Startkapital auf nach Rock Springs. Ein ziemlich naiver Plan, wie sich schon bald herausstellen soll: In dem kleinen Kaff wimmelt es nur so von Möchtegern-Millionären. Billy muss sich zunächst mit einem Aushilfsjob zufrieden geben. Eine vorübergehende Unterkunft findet er mit seiner Frau bei neuen Bekannten im provisorischen Wohnwagen-Camp.

Die erste Million im Ölgeschäft

Der Zufall und ein Treffen mit dem alten Landbesitzer Clifton Lundegren verhelfen Billy schließlich doch zum unverhofften Geldsegen. Allerdings ist er nun auch dazu gezwungen, Geschäfte mit dem knallharten Öl-Baron Hap Briggs zu machen. Der scheint den Mut des Jungspunds zu bewundern und nimmt ihn unter seine Fittiche. Sieht er ihn Billy etwa eine Art Ersatzsohn, weil er mit seinem eigenen Sprössling Wick immer nur Ärger hat?

Der Rebelle gerät ständig mit seinem Vater aneinander. Haps neue Frau Carla stichelt ihren Mann zusätzlich gegen Wick an. Briggs Junior ist schließlich so frustriert, dass er es seinem Erzeuger heimzahlen will. Bei einer Racheaktion geht allerdings einiges schief. Das hat eine ganze Reihe von schlimmen Ereignissen zur Folge, die nicht zuletzt auch das weitere Schicksal von Cody und Billy bestimmen.

Ein viel zu sympathischer Don Johnson

Erster Eindruck: Der US-Kabelsender TNT stampfte die Neuauflage von "Dallas" erst 2014 ein. Ohne den verstorbenen Larry Hagman als Bösewicht J.R. hatte die Soap schnell an Quoten verloren. ABC glaubte dennoch an den Erfolg einer neuen Familiensaga um ein Ewing-eskes Ölimperium und schickte Ende September "Blood & Oil" auf Sendung. Der gealterte "Miami Vice"-Star Don Johnson sollte als Fiesling Hap Briggs zum prominenten Zugpferd des Dramas werden.

Das Problem: Diese Rolle will dem 65-Jährigen so gar nicht stehen. Sein Lächeln wirkt stets freundlich und väterlich, sogar sympathisch. Sein Charakter muss zwar auch erst Vertrauen wecken, um seine unerfahrenen Geschäftspartner zu täuschen. Doch wenn Briggs diesen dann unerwartet in den Rücken fällt, wirkt das einfach nicht glaubwürdig. Da vermissen Zuschauer das gemeine Lachen Hagmans um so mehr. J.R. war vom Ehrgeiz getrieben, dem Vermächtnis seines strengen Vaters gerecht zu werden, sowie vom ewigen Konkurrenzkampf mit seinem Bruder Bobby.

Hap bleibt nur ein skrupelloser Geschäftsmann ohne Backstory, dem es allein ums Geld geht. Entscheidende Strippen im Hintergrund scheint ohnehin seine intrigante Ehefrau Carla zu ziehen. Ex-Model Amber Valletta spielt die klischeehafte Figur als Quasi-Abziehbild ihrer Rolle bei "Revenge". Als Lydia Davis konnte sie in der beendeten ABC-Racheserie aber deutlich mehr Selbstironie an den Tag legen.

Ganz ohne Biss und Selbstironie

Tatsächlich fehlt es "Blood & Oil" an dem Biss des Sendeplatzvorgängers. Eine seichte und zuweilen absurde Seifenoper kann viel Spaß machen, wenn sie sich selbst nicht so ernst nimmt. Dafür braucht es aber auch die entsprechenden Darsteller, die ein gutes Gespür dafür haben, in welchen Momenten sie ein wenig mehr auftragen dürfen. Vor allem muss die Chemie der Gegenspieler stimmen: Was Madeleine Stowe und Emily VanCamp in "Revenge" großartig gelang, schaffen Don Johnson und "Gossip Girl"-Star Chace Crawford als Billy LeFever nicht annähernd.

Johnson verfügt immerhin noch über ein gewisses Charisma. Crawford darf sich inzwischen über mehr Bartwuchs freuen, eine schauspielerische Weiterentwicklung seit seiner Teenieserien-Zeit ist aber nicht festzustellen. Cody-Darstellerin Rebecca Rittenhouse ("Red Band Society") fungiert ohnehin nur als hübsches Beiwerk und übernimmt in der Soap die klassische Opferrolle. Kurzum: Rittenhouse und Crawford greifen überhaupt nicht als Protagonisten von "Blood & Oil".

Frühes Aus nach zehn Folgen

Scott Michael Foster darf als Haps wütender Sohn noch den dankbarsten und auch interessantesten Charakter spielen. Dieser taugt zwar nicht zur Identifikationsfigur, bringt mit seinen Fehltritten aber immerhin ein wenig Schwung in die dünne Story. Selbst die Cliffhanger, das A und O einer jeden Seifenoper, fallen enttäuschend aus: Da passiert nichts, was das TV-Publikum nicht schon meilenweit voraussehen kann.

Fazit: Die Einschaltquoten von "Bood & Oil" liegen inzwischen mit nicht einmal mehr 3,5 Millionen Zuschauern pro Folge am Boden. Die Verkürzung und damit so gut wie sichere Absetzung durch ABC ist daher eine weise Entscheidung. Die zähe Serie zählt klar zu den enttäuschendsten Neustarts der Saison.

Link: abc.go.com/shows/blood-and-oil

"Blood & Oil" läuft seit September beim US-Network ABC.

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    Blood & Oil
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