Für ein optimales Website-Erlebnis setzt hitchecker.de Cookies ein. Durch die weitere Nutzung der Seite erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr... OK

Mr. Robot: Zwischen Hacker-Genie und Wahnsinn

Mr. Robot: Zwischen Hacker-Genie und Wahnsinn © 2015 USA Network Media, LLC

Eine geniale Hacker-Revolution oder doch nur eine beängstigende Wahnvorstellung? Die US-Serie "Mr. Robot" macht Spaß, weil sie so unberechenbar ist.

"Mr. Robot" zählt zu den Serien, bei der man in einer Rezension nicht zu sehr ins Detail gehen darf. Sonst könnte man zu viel vorab verraten. Die Produktion des Kabelsenders USA Network, die hierzulande bei Amazon Prime und iTunes verfügbar ist, birgt viele Überraschungen im Laufe der ersten Staffel.

Der komplexe Mix aus psychologischer Charakteranalyse und spannendem Verschwörungsthriller entpuppt sich als unberechenbar – nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch. Die zehn düster inszenierten Folgen bestechen durch ungewöhnliche Perspektiven, clevere Schnitte, psychedelische Sequenzen sowie dokumentarische Bildmontagen aus Nachrichtensendungen und Internet-Clips. Das mag man in ähnlicher Form bereits im Independent-Kino gesehen haben, nicht aber im Mainstream-Fernsehen.

Hacker-Genie mit autistischen Zügen

Im Zentrum der Geschichte steht der junge Programmierer Elliot Alderson (Rami Malek), der sich am liebsten unter der Kapuze seines schwarzen Hoodies versteckt. Nervös blickt er immer wieder hinter sich, wenn er sich wie jeden Morgen durch den Großstadtdschungel New Yorks auf den Weg zu seiner Arbeit macht. In der IT-Sicherheitsfirma Allsafe fühlt er sich nicht wirklich wohl. Zum einen muss der menschenscheue Elliot dort soziale Kontakte pflegen, was er über alles hasst. Zum anderen ist er durch seinen Job indirekt für den riesigen IT-Konzern E Corp zuständig, den er für den frühen Krebstod seines Vaters verantwortlich macht.

Seine schwierige Kindheit hat Elliot hochgradig traumatisiert und lässt ihn noch heute mit schweren Depressionen und Angstzuständen kämpfen. In Eigenregie versucht er diese mit Morphium zu kontrollieren. Drogendealerin Shayla (Frankie Shaw) wohnt direkt nebenan und versorgt ihn mit seiner täglichen Dosis. Sie zählt neben seiner Jugendfreundin und Arbeitskollegin Angela (Portia Doubleday) zu den wenigen Menschen, deren Nähe Elliot erträgt.

In der Nacht hackt sich der Computerprofi durch die E-Mail-Postfächer und Social Media Accounts seiner Mitmenschen, um hinter ihre oberflächliche Fassade zu blicken. Auf Shayla, Angela und seine Therapeutin Krista (Gloria Reuben) gibt er auf diese Weise aber auch Acht, beschützt sie vor untreuen und gefährlichen Männern.

Die ambitionierte Hackergruppe fsociety will Elliots Talent allerdings für größere Zwecke gewinnen. Der geheimnisvolle Anführer Mr. Robot (Christisn Slater) holt ihn in sein Team, um einen Angriff auf E Corp zu planen. Sämtliche Server des Großunternehmen sollen gelöscht werden, um eine nie dagewesene Finanzkrise auszulösen.

IT-Manager mit Aggressionsproblemen

Parallel zu den Aktivitäten von Elliot und fsociety führt der machthungrige Manager Tyrell Wellick (Martin Wallström) einen internen Kampf im Superkonzern: Als sein Vorgesetzter abdanken muss, will er seinen Platz als technischer Leiter übernehmen.

Doch so leicht funktioniert keine Beförderung im Hause E Corp. Ein Konkurrent mit besseren Beziehungen schnappt sich die begehrte Position, womit sich Wellick jedoch nicht zufrieden gibt. Mit allen Mittel und vielen bösen Intrigen versucht er, den Kollegen auszubooten. Dabei verliert er mehr und mehr die Kontrolle über seine Wutausbrüche.

Zunehmender Kontrollverlust zeichnet sich auch bei Elliot ab: Seine geheimen Hackangriffe und ein kalter Entzug lassen seine Wahnvorstellungen ungeahnte Ausmaße erreichen. Allmählich verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Paranoia. Was passiert wirklich und was nur in Elliots Kopf?

Diese Frage ist so besonders spannend bei "Mr. Robot", weil sie sich der Protagonist auch immer wieder selbst stellt. Er spricht zu einem imaginären Gegenüber, das er sich zum Selbstschutz geschaffen hat. Die Rolle nehmen quasi die Zuschauer ein, die so zwar schnell ahnen können, dass sich zum Staffel-Showdown ein überraschender Twist anbahnt. Doch Serienschöpfer Sam Esmail ("Comet", "Mockingbird") verrät nie zu viel. Die Geschehnisse bleiben undurchschaubar, selbst als mit den hinteren Episoden der ersten Season vieles klarer wird.

Herausragende Leistung von Rami Malek

Gerade im Staffelfinale bleibt Esmail fast ein bisschen zu kryptisch, verliert sich in weiteren Visionen Elliots und lässt einige wichtige Fragen offen. Zum Glück erhielt "Mr. Robot" aber längst grünes Licht für eine zweite Season und damit weitere Antworten. Die zehn neuen Folgen lassen noch bis zum Sommer auf sich warten. Serienfans, denen die Ausnahmeproduktion bislang entgangen ist, bleibt also noch genügend Zeit, das Versäumte nachzuholen.

Selbst wer mit der Hacker-Thematik zunächst wenig anfangen kann, wird zwangsläufig in Elliots beklemmende Angstwelt hineingezogen: Dem intensiven und überragenden Spiel von Rami Malek ("Nachts im Museum: Das geheimnisvolle Grabmal") sei Dank. Im gleichsam erschrockenen und doch durchdringenden Blick des Schauspieler scheint der Wahnsinn zu Hause.

Anzeige

Völlig zu Recht heimst Malek für seine Paraderolle momentan eine Auszeichnung nach der nächsten ein: Zuletzt wurde der 34-Jährige beim 21. Critic's Choice Award als bester Hauptdarsteller in einer Drama-Serie geehrt.

"Mr. Robot - Staffel 1" ist hierzulande bei Amazon und iTunes in digitaler Form erhältlich.

Anzeige: Die Serie ist auch im Amazon Prime Abo enthalten.

Link: www.usanetwork.com/mrrobot

Angebote bei amazon.de:

Anzeige

  • Rezension zu:
    Mr. Robot: Staffel 1
  • Redaktionswertung:
    Redaktionswertung
Leserwertung:
(0 Stimmen)
Kommentar schreiben

Captcha
Aktualisieren

Lust auf tolle Preise? Mit etwas Glück könnt ihr bei den neuen Gewinnspielen auf hitchecker.de regelmäßig Musikalben, Filme und Serien auf DVD und Blu-ray, Freitickets und vieles mehr abstauben. Die Teilnahme an den Verlosungen ist natürlich kostenlos. Schnell reinklicken und mitmachen!

Ihr wollt in Zukunft keine Chance verpassen, etwas auf hitchecker.de zu gewinnen? Dann solltet ihr mit uns über folgende soziale Plattformen in Verbindung bleiben. Dort halten wir euch stets über neue Gewinnmöglichkeiten auf dem Laufenden.

hitchecker.de im Netz -

Was gibt es Neues im TV, bei den Streaming-Portalen und im Heimkino? hitchecker.de serviert euch in dieser Rubrik ehrliche Serien-Reviews mit tollen Gewinnspielen.

Anzeige