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First Look: Totale Crime-Routine bei ''Blindspot"

First Look: Totale Crime-Routine bei ''Blindspot" © 2015 NBC

"Blindspot" überschlägt sich nicht gerade mit originellen Ideen. Hat der neue NBC-Quotenhit dennoch Potenzial für eine lange Serienzukunft?

Die Action-Serie "Blindspot" zählt zu den wenigen erfolgreichen Neustarts der aktuellen TV-Saison in den USA. Durch die Platzierung hinter der quotenstarken Castingshow "The Voice" gelang der NBC-Produktion ein erfolgreicher Auftakt. Das Network hat daher nicht nur grünes Licht für eine volle erste Staffel gegeben, sondern auch gleich für eine zweite Season. Das Team von hitchecker.de kann das große Vertrauen in "Blindspot" nicht nachvollziehen. Unser "First Look"-Check erklärt, warum uns die neue Serie bislang enttäuscht hat.

Achtung, die folgende Inhaltsangabe enthält leichte Spoiler!

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Die Story: Es herrscht Terroralarm am New Yorker Time Square, als dort eine verdächtige Tasche entdeckt wird. Darin verbirgt sich aber nicht etwa Sprengstoff, sondern eine splitternackte Frau. Ihr Körper ist geradezu übersät mit frisch gestochenen Tattoos. Woher diese stammen, kann die Unbekannte dem FBI nicht erklären. Sie leidet unter Gedächtnisverlust, der wohl durch den Einfluss eines Medikaments hervorgerufen wurde. Nicht einmal an ihren Namen erinnert sich die Fremde, worauf sie dem Behörden-Standard entsprechend Jane Doe genannt wird.

Auf Janes Rücken prangt allerdings der Name von FBI-Agent Kurt Weller. Auch dieser glaubt zunächst, die Frau noch nie zuvor gesehen zu haben. Doch offensichtlich scheint eine Verbindung zu ihm zu bestehen. Deshalb soll er unter strengen Augen seiner Chefin Bethany Mayfair das Mysterium um Jane aufklären. Unterstützt wird er dabei von seinem stets misstrauischen Kollegen Edgar Reade, der taffen Agentin Tasha Zapata und der cleveren IT-Forensikerin Patterson.

Die üblichen Verschwörungen und Geheimnisse

Schnell stellt sich heraus: Die Tattoos auf Janes Körper geben Hinweise auf drohende Verbrechen und eine dubiose Verschwörung im Kreise der US-Sicherheitsbehörden. Weiß Mayfair etwa mehr, als sie zugeben will? Und wieso gerät sie ständig mit dem stellvertretenden CIA-Boss Thomas Carter aneinander?

Nur nach und nach kann sich Jane an dunkle Episoden aus ihrem früheren Leben erinnern. Ihre ausgeprägten Kampfkünste deuten auf eine militärische Vergangenheit hin. Bei den FBI-Einsätzen, die in Verbindung mit ihren Tätowierungen stehen, will sie unbedingt mitmischen. Kurt lässt es zu, weil er Jane intuitiv vertraut. Janes markante Narbe bekräftigt schließlich seinen Verdacht: Ist die Tattoo-Frau etwa seine tot geglaubte Spielkameradin aus Kindheitstagen, für deren Mord Wellers Vater hinter Gitter sitzt?

Erster Eindruck: Bereits in der Pilotfolge von "Blindspot" springt ein bekannter Ohrwurm von den Prinzen im Kopf an: Das ist alles nur geklaut! Die Serie des Schweizers Martin Gero ("Stargate: Atlantis", "The L.A. Complex") schnappt sich frech zahlreiche Elemente aus bekannten TV-Hits und bündelt sie zu einem formelhaft aufbereiteten Crime-Mix.

Einen tätowierten Körper mit versteckten Hinweisen kennt man aus "Prison Break". In "Blindspot" fungieren die Tattoos aber nicht als Plan für einen Gefängnisausbruch, sondern quasi als "Blacklist" für die obligatorischen Fälle der Woche. Die unbekannte und geheimnisvolle Schöne spielte Hauptdarstellerin Jaimie Alexander auch vor Jahren in der Teenie-Klonserie "Kyle XY", war aber in dieser Rolle keine echte Sympathieträgerin. Als Jane Doe wirkt die 30-Jährige ähnlich unnahbar und blass.

Immerhin rasante Action

Das gilt zumindest für die bemüht emotionalen Szenen, wenn ihre Figur daran zu verzweifeln droht, sich selbst nicht zu kennen. Die frustrierenden Sitzungen beim FBI-Therapeuten und auch die Momente mit aufwühlenden Erinnerungs-Flashbacks absolviert die Schauspielerin konsequent mit einem bedeutungsschwangeren Blick ins Leere. Co-Star Sullivan Stapleton ("Strike Back", "300: Rise of an Empire") darf als muskelbepackter Kurt Weller ebenfalls nur finster aus der Wäsche schauen. Ist er etwa gelangweilt von seinen wenig herausfordernden Einzeilern?

Nein, auch die Dialoge sind definitiv nicht die Stärke von "Blindspot". Im Vordergrund stehen ohnehin die rasanten Action-Sequenzen, in denen das Duo Alexander/Stapleton eine durchaus gute Figur macht. Doch die Schießereien, Verfolgungsjagden und Kampfszenen wiederholen sich von Folge zu Folge mit ausgetauschten Gegenspielern. Die Serie verfällt allzu schnell in die übliche Procedural-Routine. Die haarsträubende Ausgangsstory entpuppt sich als konstruierter Aufhänger für bereits unzählige Male gesehenes Krimi-Allerlei.

Nebendarsteller als Ankerpunkte

Immerhin lassen die Drehbuchautoren die Zuschauer bei den wesentlichen Fragen nicht zu lange im Dunkeln tappen und beantworten diese im Laufe der ersten Episoden. Die Auflösung der inoffiziellen FBI/CIA-Machenschaften, die im Zusammenhang mit Janes Tattoos stehen, erweist sich jedoch als ziemlich schwach.

Das Beste an der dünnen Story ist eine verstärkte Präsenz von Marianne Jean-Baptiste ("Broadchurch", "Without A Trace") als Bethany Mayfair. Sie stiehlt den Hauptdarstellern glatt die Show. Ein weiterer personeller Ankerpunkt von "Blindspot" findet sich im Nebencast: Die Kalifornierin Ashley Johnson punktet als unsichere, aber liebenswerte Computer-Spezialistin Patterson. Diese könnte zu einer ähnlichen Kultfigur werden wie Abby in "Navy CIS". Ob es der NBC-Neustart aber je auf eine so lange Laufzeit bringen wird wie der CBS-Dauerbrenner, bleibt stark zu bezweifeln.

Fazit: Das Konzept von "Blindspot" wirkt bereits nach den acht im US-TV gezeigten Folgen stark abgenutzt. Die Quoten (knapp 8 Millionen Zuschauer) sind noch immer gut. Es zeichnet sich aber ein klarer Abwärtstrend seit dem Start (10,61 Millionen) ab. Wie sieht das erst nach 23 bestellten Folgen der ersten Staffel aus? Die offizielle Verlängerung um eine zweite Season könnte zu voreilig gewesen sein.

Link: www.nbc.com/blindspot

"Blindspot" läuft seit September beim US-Network NBC.

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  • Rezension zu:
    Blindspot
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