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Die Story der Mary Stuart als Fantasy-Soap

Die Story der Mary Stuart als Fantasy-Soap © Warner Home Video

Liebe und Intrigen am französischen Hof des 16. Jahrhunderts: Die US-Kostümsoap "Reign" nimmt es mit den geschichtlichen Fakten nicht so genau.

Das kleine US-Network The CW hat sich Jugendliche als Hauptzielgruppe ausgesucht. Aktuelle Serientrends werden ganz auf die Teenie-Zielgruppe zugeschnitten. Das Historiendrama "Reign" sprang im Herbst 2013 etwas verspätet ins Fahrwasser von "The Tudors" auf.

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Die Serienschöpferinnen Laurie McCarthy ("Beverly Hills, 90210") und Stephanie Sengupta ("Hawaii Five-0") haben die historische Figur der schottischen Königin Mary Stuart zur Protagonistin einer seichten Kostümsoap mit vielen Intrigen, noch mehr Romantik und auch Mystery-Elementen erkoren. Das ist so ein bisschen wie "Gossip Girl" im Jahre1557 mit einem Schuss "Ghost Whisperer".

Bei diesem Mix halten sich die Drehbuchautoren entsprechend vage an geschichtliche Fakten: Als Jugendliche wird Mary Stuart (Adelaide Kane) nach Frankreich geschickt, um dort den Sohn von König Henry II. (Alan van Sprang) zu heiraten. Die Ehe mit Prinz Francis (Toby Regbo) soll die französisch-schottische Allianz gegen England besiegeln.

Eine böse Königin als Gegenspielerin

Königin Catherine (Megan Follows) passen die Heiratspläne trotz der politischen Notwendigkeit so gar nicht in den Kram. Ihr Wahrsager Nostradamus (Rossif Sutherland) prophezeit einen frühen Tod von Francis, sollte es tatsächlich zum Ja-Wort kommen. Mit allen Mitteln will sie Mary wieder loswerden, um ihren Sohnemann zu retten. Blöd nur, dass sich dieser Hals über Kopf in die temperamentvolle Schottin verliebt! Auch Henrys unehelicher Sohn Sebastian (Torrance Coombs), genannt "Bash", hat ein Auge auf die schöne Mary geworfen.

Verhängnisvolle Affären und Machtspiele am Hof bestimmen auch den Alltag der Zofen, für die Mary mehr eine Freundin als eine Herrscherin ist. Doch nicht nur von ihren Untergebenen bekommt Mary Unterstützung gegen Catherine und ihre Verbündeten. Eine geheimnisvolle Frau, die in den Gemäuern des Schlosses haust, scheint im Verborgenen auf die künftige Königin Frankreichs Acht zu geben. Handelt es sich etwa um ein Gespenst?

Im Wald treiben ebenfalls dunkle Mächte ihr Unwesen. Dort kommt es immer wieder zu blutigen Zwischenfällen. Bash weiß mehr darüber, als er zunächst vor Mary zugeben will. Am Hof hegt aber wohl jeder seine Geheimnisse, um nicht am Galgen zu landen.

Eines muss man "Reign" lassen: Es passiert in jeder Folge immer recht viel. Dennoch wirkt der Genre-Mix nicht authentisch. Die Mystery-Elemente erweisen sich als unnötiger Ballast, sei es der von Visionen geplagte Nostradamus oder der Spuk im Schloss. Das Salz in der Seriensuppe sind tatsächlich die fiesen Intrigen, die meist von Königin Christine ausgehen. Megan Follows ("Anne auf Green Gables") hat als Gegenspielerin Marys ihre Paraderolle gefunden.

Nicht authentisch, dafür charmant

So kann die Serie trotz blasser Schönlinge und einer gerade zu Beginn wenig präsenten Protagonistin gut unterhalten. Die australische Hauptdarstellerin Adelaide Kane braucht eine Weile, um in ihrer Figur Leben einzuhauchen, schlägt sich dann aber solide. Vielleicht fehlt es ihrem Charakter einfach an den nötigen Ecken und Kanten, um sie zum tragenden Element der Serie zu machen. Die fiktive Mary Stuart bleibt leider eine aalglatte und stereotype Titelheldin.

Es ist mehr das stimmige Miteinander des gesamten Ensembles, welches die zum Teil arg abstrusen Handlungsstränge zusammenhält. Im Originalton irritiert, dass am französischen Hof feinstes britisches Englisch gesprochen wird. Frankreich sieht in der Serie auch nicht zufällig aus wie Irland: Die Außendrehs fanden beim Ashford Castle in County Mayo und in Dublin statt.

Opulent, aber überraschend modern kommen die feinen Roben der adeligen Damen und Herren daher. Gleiches gilt für den Soundtrack: Hymnischer Folk-Pop und auch mal elektronische Sounds untermalen das Seriengeschehen. Das mag die jungen Zuschauer ansprechen, spiegelt die Zeit, in der sich das Drama offiziell abspielt, aber natürlich nicht wider. Allerdings verleihen gerade diese unstimmigen Kontraste der TV-Produktion einen ganz speziellen Charme.

Historiker können sich damit wohl nicht anfreunden. Romantisch veranlagten Fantasy-Fans machen die 22 kurzweiligen Episoden der ersten "Reign"-Staffel aber sicher Spaß. Die DVD-Box bietet darüber hinaus zwei Featurettes  ("Reign: Making-of einer Königin", "Die Authentizität in Reign: Das 16. Jahrhundert wird zum Leben erweckt") sowie nicht verwendete Szenen. In den USA geht die Serie im Oktober bereits in die dritte Staffel.

Link: www.sixx.de/tv/reign

Veröffentlichung am 06.08.2015 auf DVD (Warner Home Video)

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  • Rezension zu:
    Reign: Die komplette erste Staffel
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