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Wolkenkratzer zerlegen mit Godzilla

Wolkenkratzer zerlegen mit Godzilla © Warner Home Video

Ein Monster kommt selten allein: In "Godzilla" muss es die bekannte Riesenechse mit fliegenden Urzeit-Bestien aufnehmen.

Der Reboot-Wahn Hollywoods hat einmal mehr das japanische Kultmonster Godzilla getroffen. 16 Jahre nach Roland Emmerichs mäßigem Versuch, die Riesenechse zum Blockbuster-Hit zu machen, durfte nun der britische Regisseur Gareth Edwards ein neues Remake umsetzen.

Am Drehbuch zu "Godzilla" wurde viel herumgedoktert: Die ursprüngliche Version von Dave Callaham ("The Expendables") kam wohl nicht beim Filmstudio an. Kollegen wie David S. Goyer ("The Dark Night Rises") und Frank Darabont ("The Walking Dead") mussten nachbessern. So wirklich gelungen ist ihnen das allerdings nicht: Inhaltlich enttäuscht das Monster-Spektakel nach einem durchaus vielversprechenden Intro auf ganzer Linie.

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Tragischer Zwischenfall im Atomkraftwerk

Die Geschichte beginnt zunächst im Jahre 1999. Der Amerikaner Joe Brody (Bryan Cranston) und seine Frau Sandra (Juliette Binoche) arbeiten in einem japanischen Atomkraftwerk. Dort kommt es zu einem folgenschweren Zwischenfall, den ein Erdbeben verursacht haben soll. Doch Brody kann und will diese Erklärung der Behörden nicht akzeptieren.

Auch 15 Jahre später ist er noch immer wie besessen davon herauszufinden, warum es damals wirklich zur Katastrophe kam. Seine krankhafte Obsession hat Joe von seinem Sohn Ford (Aaron Taylor-Johnson) entfremdet, der in San Francisco für das US-Militär tätig ist. Als Joe bei seinen Nachforschungen in Japan in Schwierigkeiten gerät, muss Ford dennoch zur Hilfe eilen.

In der Sperrzone werden die beiden Männer Zeugen der Experimente von Wissenschaftler Ichiro Serizawa (Ken Watanabe). Dieser hält das urzeitliche Flugmonster Muto gefangen, das seine Kraft aus der atomaren Strahlung schöpft. Schon bald ist das mächtige Tier nicht mehr zu bändigen. Es verschafft sich in blinder Zerstörungswut seinen Weg in die Freiheit und fliegt gen USA.

Ford versucht verzweifelt, bei alle dem Chaos zu Frau (Elizabeth Olsen) und Kind  zurückzukommen. Während die Amis Muto mit ihren mächtigsten Waffen erfolglos attackieren, sieht Serizawa nur eine Lösung des Problems: Die Riesenechse Godzilla soll Muto ausschalten. Beim Kampf der Bestien wird San Fancisco zum bröckelnden Schlachtfeld.

Monster-Action erst zum großen Finale

Erst in diesem finalen Showdown fährt Edwards die volle Monster-Action auf, die in den Vorab-Trailern zu "Godzilla" versprochen wurde. Zuvor spielt er viel zu lange mit den Erwartungen des Publikums, gewährt immer nur einen schnellen und unvollständigen Blick auf Godzilla. So verkommt die Titel gebende Echse tatsächlich zu einer Randerscheinung im Film. Als sie endlich ihren großen Auftritt hat, können die opulenten CGI-Bilder überzeugen.

Die Schlacht der Bestien bietet viel fürs Auge, spielt sich aber sehr nüchtern und ohne jegliche Selbstironie ab. Dieser Luxus-Trash nimmt sich wirklich viel zu ernst! Als düsterer Katastrophen- oder Endzeitfilm will "Godzilla" einfach nicht funktionieren. Es fehlen die packenden Einzelschicksale und Charaktere zum Mitfiebern. Der durchaus spannende Vater-Sohn-Konflikt zwischen Joe und Ford verläuft schnell im Sande. Die Figuren werden mit zunehmender Laufzeit immer unwichtiger.

Schauspieler kaum mehr als Statisten

Ein fähiger Darsteller wie Bryan Cranston ("Breaking Bad") wirkt in seiner Rolle hoffnungslos unterfordert. Der gesamte Cast fungiert als reines Statistenensemble inmitten der künstlichen CGI-Kulisse. So oberflächlich wie die einzelnen Charaktere bleibt auch die offensichtliche Kritik der Drehbuchautoren an der Atomkraft. Immerhin schlägt Edwards mit dieser eine Parallele zum japanischen "Godzilla"-Original aus dem Jahre 1954, das die Bombenabwürfe über Nagasaki und Hiroshima im Zweiten Weltkrieg anprangerte.

Gerade um solche Vergleiche ziehen zu können, ist das neue Remake für Godzilla-Fans trotz der Kritikpunkte einen actionreichen Heimkino-Abend wert. Die Blu-ray bietet ein gestochen scharfes Bild, einen druckvollen Sound sowie viele unterhaltsame Featurettes als Extras.

Link: wwws.warnerbros.de/godzilla/dvd

Veröffentlichung am 25.09.2014 auf DVD und Blu-ray (Warner Home Video)

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    Godzilla
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