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Bibelstunde mit einem Hauch ''Transformers''

Bibelstunde mit einem Hauch ''Transformers'' © Paramount Home Entertainment

Optisch ein Hingucker, inhaltlich unentschlossen und zäh: "Noah" polarisiert ab 28. August im Heimkino.

Einen Bibeltext fürs moderne Hollywood-Kino aufzubereiten, ist ohne Frage eine Herausforderung. "Black Swan"-Regisseur Darren Aronofsky hat sie angenommen und sich bemüht, die Arche Noah aus dem Alten Testament in ein bildgewaltiges Fantasy-Gewand zu packen.

Als Ergebnis sorgen opulente Bilder aus dem Computer und beeindruckende Landschaftsaufnahmen für ein optisch spannendes Kinoerlebnis. Mit kunstvoll montierten, surrealen Sequenzen gelingen Aronofsky mitunter sogar richtig emotionale CGI-Momente. Doch mit den Steinwesen, seiner Interpretation der gefallenen Engel, tappt er auch gehörig in die Trash-Falle. Diese sogenannten Wächter erinnern sicher nicht zufällig an die Autoroboter aus "Transformers". Nur wirken sie mehr wie eine schwerfällige "Herr der Ringe"-Version davon.

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Die Apokalypse naht

Dabei beginnt der fast 140-minütige Blockbuster "Noah" noch recht bibelkonform: Noah (Russell Crowe) weiß nach Visionen von einer Sintflut, was Gott von ihm will: Gemeinsam mit seiner Frau Neemah (Jennifer Connelly), seinen Söhnen Shem (Douglas Booth), Ham (Logan Lerman) und Japheth (Leo McHugh Carroll) sowie seiner Adoptivtochter Ila (Emma Watson) macht er sich an den Bau einer Arche. Diese soll das Überleben der Tierarten sichern. Die Menschheit dagegen muss mit Noah und seiner Familie zu Ende gehen, da sie von Sünde geprägt ist.

Soweit der Plan. Doch König Tubal Cain (Ray Winstone), der einst Noahs Vater umgebracht hat,  will das nicht so einfach hinnehmen. Als die Wasserfluten einsetzen, kommt es zu einer blutigen Schlacht zwischen Tubals Gefolgschaft und den Wächtern. Genau an dieser Stelle droht der Film Opfer seines Animationseifers zu werden.

Noah hat Gewissensbisse

Als wollte sich Aronofsky für diese Überdosis Technik entschuldigen, krempelt er "Noah" im weiteren Verlauf schnell zu einem Psycho-Drama auf der Arche um. Noah wird dort von Gewissensbissen geplagt: Um Gottes Wille Folge zu leisten, muss er sich gegen seine eigene Familie stellen.

Russell Crowe wird in der Hauptrolle nun endlich gefordert und muss nicht mehr versuchen, gegen überladene Animationswelten anzuspielen. Emma Watson scheint das als Ila dagegen nicht realisiert zu haben und trägt in den dramatischen Szenen einfach zu viel auf. So gerät das Arche-Kammerspiel zu einer hysterisch-anstrengenden Angelegenheit.

Trotz Unruhe fehlt es an Tempo

Bis zum Schluss findet "Noah" keinen ausgeglichenen Rhythmus in seinem bunten, aber unausgegorenen Genre-Mix. Trotz dieser Unruhe wirkt das Mammutwerk außerordentlich tempoarm und zäh: Die Story kann nicht annähernd die aufgeblähte Laufzeit füllen. So kommt es neben Rückblenden zu zahlreiche redundante Szenen und Dialogen, welche die Handlung kein Stück voranbringen.

Sehenswert bleibt der Film durchaus wegen seiner optischen Reize und Experimente. Die astreine Bildqualität der Blu-ray-Ausgabe von "Noah" sorgt für ein erstklassiges visuelles Heimkinoerlebnis. Wer einen entsprechenden Player hat, kann auch zur 3D-Variante greifen. Als Extras unterhalten drei Featurettes ("Island - unglaubliche Schönheit", "Der Außenaufbau der Arche", "Das Innere der Arche"), die auf der DVD-Version leider komplett fehlen.

Link: www.noah-derfilm.de

Veröffentlichung am 28.08.2014 auf DVD, Blu-ray, Blu-ray 3D (Paramount Home Entertainment)

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  • Rezension zu:
    Noah
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