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Tom Cruise rettet mal wieder die Welt

Tom Cruise rettet mal wieder die Welt © Universal Pictures

Das Sci-Fi-Spektakel "Oblivion" erweist sich auch im Heimkino als berauschend – allerdings nur, was die Optik angeht. Inhaltlich kann der Film nicht überzeugen.

Ausgerechnet Scientologe Tom Cruise als Weltretter in einem apokalyptischen Drama zu besetzen – das hat zugegeben einen unangenehmen Beigeschmack. Doch irgendwie passt der umstrittene Star sehr gut in den Sci-Fi-Blockbuster "Oblivion" von Regisseur Joseph Kosinski: Er wirkt mindestens genauso steril, glatt und durchgestylt wie die opulenten Endzeit- und Weltraumbilder.

Echte Aufnahmen in Städten wie New York und New Orleans sowie in der markanten Gegend in der Nähe der isländische Hauptstadt Reykjavik wurden nahezu perfekt mit Animationen und Effekten aus dem Rechner kombiniert. So schafft es der Film, bereits in den ersten Minuten eine bedrohliche und stimmige Atmosphäre aufzubauen. Die Optik ist definitiv nicht das Problem von "Oblivion".

Story kommt nur schleppend in Fahrt

Wie schon bei seinem Werk "Tron: Legacy" beweist Kosinski einmal mehr, dass es ihm an dem nötigen Gespür für eine stimmige Dramaturgie mangelt. Die Story basiert auf einem zunächst unvollendeten Graphic Novel des Filmemachers, an dem er zusammen mit Comic-Autor Arvid Nelson gearbeitet hat. Auf der großen Leinwand kommt sie in der ersten halben Stunde nur schleppend in Fahrt: Wir erfahren, dass der Mechaniker Jack Harper (Tom Cruise) und seine Partnerin Victoria (Andrea Riseborough) im Jahre 2077 für die Raumstation Tet arbeiten. Sie wohnen zu zweit auf einer Plattform über den Wolken und müssen Überwachungsdrohnen auf der nach einem Krieg mit Aliens zerstörten Erde in Stand halten und koordinieren.

Die Mission der beiden wird bald beendet sein. Danach sollen sie zu den anderen Menschen auf der Raumstation und schließlich auf den Saturnmond Titan gebracht werden. Jack wird allerdings von Visionen aus einem früheren Leben heimgesucht und macht bei seinen Einsätzen auf der Erde verdächtige Entdeckungen. Als er Überlebende eines abgestürzten Raumschiffs entdeckt, wird er von vermeintlich außerirdischen Plünderern angegriffen und in Gefangenschaft genommen.

Die Protagonisten bleiben so blass wie die Kulissen

Die Wendung, welche die Geschichte an dieser Stelle nimmt, kommt wegen zahlreicher Andeutungen vorab nicht unbedingt überraschend, dafür reichlich spät. Der Plot hangelt sich nun von Action-Szene zu Action-Szene und weiteren Offenbarungen über das wahre Schicksal der Welt. Dieses steht in direktem Zusammenhang mit Harper. Nicht alle offenen Fragen werden im Detail geklärt. Kosinski bleibt oft kryptisch und lässt seinem Publikum Raum für Interpretationen. Das ist schon okay, am Ende hätte man aber durchaus gerne ein nachvollziehbares Motiv der geheimnisvollen Alien-Macht serviert bekommen.

Im Grunde bleibt es aber egal, wie die Geschichte ausgeht: Den Figuren mangelt es durchgehend an einem erkennbaren Gefühlsleben und damit auch an Tiefgang. So scheint es gleichgültig, was schließlich aus ihnen wird. "Oblivion" weiß allein optisch zu unterhalten. Ein cooles Science-Fiction-Szenario reicht aber nicht aus, um ganze zwei Stunden zu füllen. Selbst ein fähiger Mime wie Morgan Freeman geht in einer Nebenrolle zwischen all dem futuristischen Bombast unter. Das sagt im Grunde schon alles.

Die DVD-Ausgabe von "Oblivion" kann zwar ein gestochen scharfes Bild und einen druckvollen Ton vorweisen, hat aber keinerlei Bonusmaterial zu bieten. Das gibt es nur auf der Blu-ray. Dort stehen unveröffentlichte Szenen, ein Making-of, die Filmmusik sowie ein Audiokommentar mit Tom Cruise und Regisseur Joseph Kosinski zur Wahl.

Link: www.oblivion-film.de

Veröffentlichung am 15.08.2013 auf DVD und Blu-ray (Universal Pictures)

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    Oblivion
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