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The Circle: Ein greifbarer Zukunfts-Albtraum

The Circle: Ein greifbarer Zukunfts-Albtraum © Universum Film

"The Circle" will vor den Überwachungsmethoden und der wachsenden Macht der großen Internet-Konzerne warnen. Die Hollywood-Adaption des gleichnamigen Bestsellers von Dave Eggers kratzt mit ihrer Kritik aber nur an der Oberfläche.

Facebook, Google, Apple und Co machen uns immer mehr zu gläsernen Menschen. Wenn sich Internet, Technik und soziale Medien so rasant weiterentwickeln wie in den letzten zehn Jahren, geschieht in dieser Welt bald nichts mehr im Verborgenen. Wir sind der Totalüberwachung ausgeliefert. Privatsphäre ade!

Diese düstere und sehr greifbare Zukunftvision malte US-Autor Dave Eggers 2013 in seinem Roman "Der Circle". Dieser wurde gerade durch die spannende Thematik zum Bestseller und weniger, weil er sonderlich gut geschrieben war. Eine gleichnamige Hollywood-Verfilmung ließ nicht lange auf sich warten.

Kompromisslose Transparenz

Das spannungsarme Werk von Regisseur James Ponsoldt ("The Spectacular Now") lief im Herbst vergangenen Jahres in den deutschen Kinos und ist nun auf DVD und Blu-ray erhältlich. In 105 Minuten wird die Geschichte der über 500-seitigen Literaturvorlage nüchtern abgehandelt:

Die Versicherungsangestellte Mae Holland (Emma Watson) kommt über ihre beruflich erfolgreiche Freundin Annie (Karen Gillan) an einen vielversprechenden Job beim kalifornischen Riesen-Konzern The Circle. Das Unternehmen genießt eine herausragende Machtstellung in Sachen Internet-Dienste und technische Entwicklungen.

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Der neueste Coup: Firmenguru Eamon Bailey (Tom Hanks) führt seiner treudoofen Gefolgschaft eine kleine Hochleistungskamera vor, die künftig überall für Überwachungszwecke eingesetzt werden soll... angeblich nur zum Vorteil der Menschen. Während mal als Zuschauer spätestens an dieser Stelle kritisch einhaken will, zeigen sich Mae und alle anderen naiven The-Circle-Mitarbeiter begeistert.

Ein Leben für die Firma

Kein Wunder: Sie sind längst den sektenähnlichen Strukturen der Organisation verfallen. Ihr ganzes Leben spielt sich quasi auf dem gigantischen Unternehmenscampus ab. Es wird erwartet, an Freizeitaktivitäten mit Kollegen teilzunehmen und diese Momente öffentlich übers Netz zu teilen.

Da kommt Mae bereits in Erklärungsnot, wenn sie übers Wochenende zu ihren Eltern aufs Land fährt. Die Konsequenz: Ihr an Multiple Sklerose erkrankter Vater wird kurzerhand in eine medizinische Studie des Circle eingebunden. Auch Maes Mutter erhält eine Art Smartwatch ans Handgelenk. Nur Jugendfreund Mercer (Ellar Coltrane) beäugt den neuen Job seiner großen Liebe mit Argwohn und will mit all dem modernen Schnickschnack nichts zu tun haben.

Zwischen Followern und Familie

So ganz kann aber auch er sich nicht dem Überwachungswahn der Firma entziehen: Als Mae durch einen unüberlegten Kajakausflug die Aufmerksamkeit Baileys erregt, steigt sie in Windeseile zur neuen Circle-Schlüsselfigur auf. Die junge Frau erklärt sich fortan dazu bereit, ihre Privatsphäre völlig aufzugeben und sich rund um die Uhr von Kameras überwachen zu lassen.

Ihre Eltern und Mercer werden da zwangsläufig Teil der Aktion. Zwar gewinnt Mae immer mehr Follower, verliert aber zunehmend den Kontakt zu den Personen, die ihr wirklich wichtig sind. Erst als eine solche zu Tode kommt, fällt es ihr wie Schuppen von den Augen: Ihren Vorgesetzten geht es gar nicht um das Wohl der Menschheit, sondern doch nur um Macht und Profit.

Diese Erkenntnis kommt reichlich spät und wirkt dazu unglaubwürdig, nachdem sich Mae die ganze Zeit so blauäugig verhalten hat. Doch die eindimensionalen, allzu simpel gestrickten Figuren waren bereits ein Problem des Romans. Emma Watson spielt engagiert, bleibt aber dennoch blass, einfach weil es ihre Protagonistin ist. Tom Hanks tritt als Steve-Jobs-Verschnitt nur am Rande auf und erhält kaum Gelegenheit, als Gegenspieler zu glänzen.

Happy End für Hollywood

Faszinierende Technik, öffentliche Aufmerksamkeit und Erfolg übernehmen in "The Circle" quasi die Bösewicht-Rollen. Mae wird von den Verlockungen verführt und muss schließlich den Preis dafür bezahlen. So düster wie im Buch fällt das große Finale aber nicht aus. Die bedeutungsschwangere Endszene des Films will das Publikum partout mit einem guten Gefühl entlassen.

Es wäre ja auch undenkbar gewesen, wenn alle Zuschauer im Falle eines unschönen Ausgangs ihre Social-Media-Profile gelöscht hätten. Wer hätte da noch über "The Circle" via Twitter gezwitschert oder die offizielle Facebook-Seite zum Film mit einem "Like" versehen?

"The Circle": Veröffentlichung am 26.01.2018 auf DVD und Blu-ray (Universum Film GmbH)

Mehr Infos zum Film: www.WeAreTheCircle.de

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  • Rezension zu:
    The Circle
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