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The Promise: Mehr Liebesschnulze als Historiendrama

The Promise: Mehr Liebesschnulze als Historiendrama © Capelight Pictures

Ab 17. August im Kino: "The Promise – Die Erinnerung bleibt" will den Genozid an den Armeniern in Erinnerung rufen, verliert sich dann aber zu sehr in einer austauschbaren Liebesgeschichte.

Die Verfolgung und Ermordung der armenischen Bevölkerung durch die Türken während des Ersten Weltkriegs ist wahrlich kein leichter Stoff für einen Film. Der irische Regisseur und Drehbuchautor Terry George ("Hotel Ruanda") stand vor der Herausforderung, die schwere Thematik für ein breites Publikum aufzubereiten. Eine tragische Liebesgeschichte musste schließlich als simple Lösung für "The Promise – Die Erinnerung bleibt" herhalten.

George und Co-Autor Robin Swicord stellen den jungen armenischen Apotheker Michael (Oscar Isaac) ins Zentrum des Geschehens. Dieser reist im Jahre 1914 nach Konstantinopel, um seinen Traum von einem Medizinstudium in die Tat umzusetzen. Finanziell möglich ist dieses Vorhaben nur durch die zweckmäßige Verlobung mit Maral (Angela Sarafyan), die er jedoch in seiner Heimat zurücklässt.

Eine Liebe in Zeiten des Chaos

In der Hauptstadt des Osmanischen Reiches kommt Michael bei seinem wohlhabenden Onkel unter. Der beschäftigt die hübsche Ana (Charlotte Le Bon) als Tanzlehrerin für seine Kinder. Michael fühlt sich sofort zu der in Frankreich aufgewachsenen Armenierin hingezogen, die allerdings mit dem amerikanischen Journalisten Chris (Christian Bale) liiert ist. Trotz ihrer anderweitigen Beziehungen können Michael und Ana ihre starken Gefühle füreinander schließlich nicht mehr unterdrücken.

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Ausgerechnet als sich die Situation in der Stadt zuspitzt und erste Übergriffe auf die armenische Bevölkerung erfolgen, verbringen die beiden eine leidenschaftliche Nacht miteinander. Der eskalierende Krieg soll das verliebte Paar aber für lange Zeit auseinanderreißen. Als Ana und Michael doch wieder aufeinandertreffen, geht es ums nackte Überleben. Ihre Flucht ist geprägt von schmerzlichen Verlusten.

Die große Leidenschaft fehlt

"The Promise" entstand auf Initiative des inzwischen verstorbenen US-Unternehmers Kirk Kerkorian. Aufgrund seiner armenischen Wurzeln stellte das Projekt eine besondere Herzensangelegenheit für ihn dar: Er wollte auf den noch heute von der türkischen Regierung geleugneten Genozid an seinen Vorfahren aufmerksam machen. Kerkorian übernahm einen Großteil der Produktionskosten in Höhe von 90 Millionen US-Dollar.

Es bleibt zu bezweifeln, ob das fertige Werk auch seinen Vorstellungen entsprochen hätte: Der Film nimmt das dunkle Geschichtskapitel nur als Aufhänger für ein sehr konventionelles und durchschaubar konstruiertes Liebesdrama. Dieses könnte im Wesentlich so ähnlich zu jeder anderen historisch brisanten Zeit spielen. Diese Austauschbarkeit wird dem ursprünglichen Anliegen von "The Promise" nicht gerecht.

Die Romanze zwischen Michael und Ana will zudem nicht so recht packen, weil sie überraschend nüchtern daherkommt. Oscar Isaac und Chrlotte Le Bon mögen optisch ein Traumpaar abgeben. Die ganz große Leidenschaft können die beiden ihrem Publikum aber nicht glaubwürdig verkaufen.

Undankbare Rolle für Christian Bale

Christian Bale spielt den undankbaren Dritten im Bunde. Seiner Figur Chris scheint die Berufung als ambitionierter Journalist ab einem gewissen Punkt ohnehin wichtiger als seine Liaison mit Ana. Die Dreieckskonstellation erweist sich ohne große Konflikte als überflüssig. Es wirkt fast so, als wäre die Rolle für Bale noch im Nachhinein ins Skript geschrieben worden. Dieses verfügt bei einer Filmlaufzeit von fast 135 Minuten reichlich Kürzungsoptionen.

Vor allem zu Beginn hält sich Terry George lange mit opulenten Landschaftsaufnahmen und Kulissen auf, die durch etliche CGI-Elemente sehr künstlich anmuten. Es ist außerdem genau zu erkennen, wann die Darsteller vor der Green-Box agiert haben. Das verleiht "The Promise" einen extrem sterilen Charakter. Vor allem in den Szenen, in denen Krieg und Völkermord visualisiert werden, irritiert diese unnatürliche Hochglanz-Optik.

Ein Hauch von "Titanic" zum Showdown

Es wird fast ganz auf Blut und detaillierte Gewaltdarstellungen verzichtet. George will die schrecklichen Verbrechen von damals stattdessen anhand von emotionalen Schlüsselszenen greifbar machen: Einmal versucht der aus einem Arbeitslager geflüchtete Protagonist, wie Vieh eingepferchte Armenier aus einem fahrenden Zug zu befreien. Später findet Michael fast seine ganze Familie tot am Flussufer vor. Die Leichen stapeln sich dort wie weggeworfener Müll.

Genau in solchen Momenten bestätigt sich, welch dramaturgisches Potenzial mit dem Fokus auf die uninspirierte Lovestory verschenkt wurde. Zu allem Überfluss endet sie auch noch tragisch mit einem an "Titanic" erinnernden Szenario. Der Epilog, der einen versöhnlichen Blick in die Zukunft bietet, tappt im Anschluss vollends in die Kitsch-Falle.

In Erinnerung bleibt daher nur der prominente Cast von "The Promise". Das Trio Isaac, Le Bon und Bale macht, einmal abgesehen von der fehlenden Chemie in den Liebesszenen, einen soliden Job. In kleinen Nebenrollen sind James Cromwell ("Six Feet Under"), Tom Hollander ("Taboo") und Jean Reno ("Léon - Der Profi") zu sehen.

"The Promise – Die Erinnerung bleibt" startet am 17. August 2017 im Verleih von Capelight Pictures bundesweit in den deutschen Kinos.

Internationale Film-Website: www.thepromise.movie

Quelle: YouTube / Capelight Pictures

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    The Promise – Die Erinnerung bleibt
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