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Männertag: Sauftour ins dramaturgische Chaos

Männertag: Sauftour ins dramaturgische Chaos © Universum Film

Wenn die deutsche Filmindustrie versucht, US-Erfolgen nachzueifern, geht das meistens in die Hose. So auch geschehen bei "Männertag".

Die Komödie lockte im vergangenen September nur eine überschaubare Zuschauerzahl in die Lichtspielhäuser und erscheint nun auf DVD und Blu-ray. Regisseur Holger Haase ("Da geht noch was") hat ein Drehbuch von Philip Voges und Ilja Haller inszeniert, die sich stark von Kinohits wie "Hangover" und "Kindsköpfe" inspirieren ließen.

Eine Gruppe ehemaliger Schulfreunde sieht sich zehn Jahre nach ihrem letzten Treffen aus einem traurigen Anlass endlich wieder: Kumpel Dieter (Kida Khodr Ramadan) scheiterte zwar an einem Selbstmordversuch, fiel gleich darauf aber einem unglücklichen Unfall zum Opfer. Die Beerdigung findet ausgerechnet am Vatertag statt.

Zum Abschied ein Bier-Bike

Als hätte es der Tote geahnt, hat er seinen alten Schulkameraden ein Bier-Bike hinterlassen. Mit diesem sollen der drogenabhängige Soap-Star Chris (Tom Beck), der spießige Lehrer Stevie (Milan Peschel), der überforderte Familienvater Klaus-Maria (Axel Stein) und der sensible Peter (Oliver Wnuk) wie zu Jugendzeiten auf große Sauftour gehen.

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Stevies pubertierender Sohn Paul (Chris Tall) und Managerin Andrea (Lavinia Wilson), die Chris schnellstmöglich in die Entzugsklinik bringen will, schließen sich dem abenteuerlichen Männertrip an. Auf diesem müssen sich die Freunde nicht nur ihrem alten Widersacher Andi (Hannes Jaenicke) und Stevies aufmüpfigen Ex-Schülern stellen. Auch so manches, mehr oder weniger überraschendes Geständnis wirft sie ziemlich aus der Bahn.

"Männertrip" gibt mit seinen bedingt witzigen Albernheiten, aufgesetzten Rührseligkeiten und klischeehaften Charakteren kaum Material für eine Stunde her. Auf Spielfilmlänge wird das Laientheater einfach mit unzähligen Füllszenen gestreckt, begleitet von aktuellen und alten Hits aus den Charts.

Tom Beck nervt gewaltig

Das platte Overacting liegt allerdings weniger am mangelnden Talent der Schauspieler als vielmehr an der absurden Handlung. Der Klamauk lässt kaum etwas anderes zu. Vor allem Tom Becks Figur ist maßlos überzeichnet und birgt ein hohes Nervpotenzial. Oliver Wnuk darf mit einem früh absehbaren Outing seiner Figur noch am ehesten positiv auffallen. Doch auch in diesem Fall bedienen die Autoren so viele Stereotypen, dass es richtig weh tut.

Zum Showdown verstrickt sich "Männertag" schließlich völlig in dramaturgische Turbulenzen, um mit Chaos-Vollgas dem obligatorischen Happy End entgegenzusteuern. Dieser Heimkino-Abend muss leider als vergeudete Lebenszeit abgehakt werden. hitchecker.de empfiehlt: Lieber noch mal alle drei "Hangover"-Teile im Marathon anschauen!

"Männertag": Veröffentlichung am 24.02.2017 auf DVD und Blu-ray (Universum Film)

Mehr Infos zum Film: www.maennertag-film.de

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