Sein aktuelles Werk „Adam“ ist für Adam Lambert Befreiungsschlag und Selbstfindungstrip zugleich. Musikalisch verneigt sich der US-Star vor allem vor den 90ern.
Sänger und Songwriter Adam Lambert hat mit „Adam“ sein sechstes, 12 Songs umfassendes Studioalbum veröffentlicht. Es ist sein erster Longplayer, der über sein eigenes Label erschienen ist. Die Zeichen stehen also auf künstlerische Unabhängigkeit und kreative Freiheit.
Weg vom Theatralischen
„Adam“ entstand laut dem 44-Jährigen in einer Phase des Umbruchs, als er nach zwei Jahrzehnten in Los Angeles nach New York City umgezogen ist. Diese gab ihm die Gelegenheit, sich mit den verschiedenen Facetten seiner Persönlichkeiten auseinanderzusetzen – „dem Guten, dem Chaotischen und allem dazwischen“. Entsprechend versteht er die Scheibe als eine Art Selbstfindungstrip.
Gleichzeitig fühle sie sich für ihn nach seinem Wirken als Frontmann bei Queen oder seiner Rolle in „Cabaret“ am Broadway an wie eine „kleine Wiedergeburt“. Endlich konnte er sich selbst wieder musikalisch entdecken und neu ausprobieren. Er habe „etwas Stimmungsvolleres, Introspektiveres und nicht ganz so Theatralisches“ machen wollen.
Kollaboration mit Issac Dunbar
Dafür ließ sich Lambert vor allem von der Musik der 1990er beeinflussen. Als Inspiration nennt er Acts wie Nine Inch Nails, Portishead und Björk. Im Intro zum Song „Under The Rhythm“ nutzt er zudem ein markantes Sample aus dem Eurodance-Hit „Around the World (La La La La La)“ von ATC. Gemeinsamen mit dem ausführenden Produzenten Peter Nappi bastelte er an einem Stilmix, der Elektronik mit Live-Instrumenten verbindet.
Gleich der Opener auf „Adam“ erweist sich als Kollaboration: Bei „Rat City“ singt Lambert gemeinsam mit dem 23-jährigen Newcomer Isaac Dunbar. Im Songtext thematisiert er die Rückkehr nach New York und die raue Atmosphäre der Metropole.
Autobiografische Trennungsballade
Für „Porcelain“ hat Adam mit der chinesischen Sängerin Lexie Liu zusammengearbeitet, die er im Zuge seines Auftritts in der Castingshow „Singer“ kennengelernt hat. „Ein bisschen Bowie“ und „ein bisschen Prince“ verspricht der Musiker in Bezug auf den Dance-Pop-Track „Necklace“, den er zusammen mit Produzent Slush Puppy kreierte.
Bei der Ballade „Am I OK“ übernahm Lambert selbst die Gesangsproduktion, was angesichts des persönlichen Charakters des Songs nahelag: Dieser dreht sich um seine komplexen Gefühle nach dem Ende einer fünfjährigen Beziehung. Das emotionale Stück dürfte für einen ganz besonders intimen Moment bei Lamberts anstehendem Deutschland-Konzert sorgen: Am 23. Juli stellt der Künstler sein frisches Songmaterial im Huxleys in Berlin vor.
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