LeAnn Rimes wagt sich auf „God's Work“ mal wieder aus der Country-Schublade und jongliert mit ganz unterschiedlichen musikalischen Genres.

LeAnn Rimes 2022
© Norman Seeff

Gottes Werk und LeAnns Beitrag offenbaren Licht, aber auch viel Schatten.

Um US-Sängerin LeAnn Rimes ist es hierzulande ziemlich ruhig geworden. Mit „Whatever We Wanna“ konnte sie zuletzt 2006 eines ihrer Alben in den deutschen Charts platzieren. Seither folgten etliche weitere Veröffentlichungen. Doch da sich die Musikerin wieder mehr ihren Country-Wurzeln zuwandte und ihre Pop-Ausflüge hinter sich ließ, bediente sie vor allem die Vorlieben des Publikums in ihrer Heimat.

Dort gewann sie 2020 die vierte Staffel von „The Masked Singer“, was ihr viel mediale Aufmerksamkeit bescherte. Nach dem experimentellen Werk „Chant: The Human & The Holy“ mit gesungenen Mantras, das im selben Jahr erschien, präsentiert sie nun ihren Longplayer „God's Work“. Dieser setzt wieder auf traditionelles Songwriting und wagt sich überraschend weit aus der Country-Schublade.

Schlachtruf mit Mickey Guyton und Sheila E.

Selbst der gemeinsam mit Genre-Kollegin Mickey Guyton veröffentlichte Titel „The Wild“ klingt so gar nicht nach Nashville, sondern mehr nach atmosphärischer Weltmusik. Keine Geringere als Sheila E. übernahm hier die Percussion-Einlagen.

„Der Song handelt von der patriarchalischen Welt, die uns als Gesellschaft geformt hat, besonders die Frauen. [...] Es ist ein Schlachtruf, um Frauen zu vereinen und jeden Teil unserer wahren Natur zurückzufordern und nicht länger zuzulassen, dass unser Wildes, unser Unheiliges ignoriert, beschämt und abgelehnt wird“, erklärt LeAnn die Idee hinter „The Wild“. Für die 40-Jährige handelt es sich um einen der Schlüsseltracks auf „God's Work“. Er verdeutliche am besten das Thema des Albums. Es gehe um die Dualität des Lebens – das Licht und die Dunkelheit.

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Die Stücke, die sich der hellen Seite widmen, kommen unbeschwerter und griffiger daher als der besagte musikalische Weckruf. Dazu zählen etwa die sonnige Reggae-Nummer „The Only“, zu der sich Ziggy Marley, Ledisi und Ben Harper gesellen. Die romantische Liebeserklärung „I Do“ war ursprünglich eine Solo-Single von Aloe Blacc. Im Duett mit Rimes geht die Pianoballade aber gleich noch mehr ans Herz. Sie dürfte künftig auf vielen Hochzeiten zu hören sein.

Material für die anstehende Weihnachtstour

Der sich langsam erhebende Opener „Spaceship“ und das hymnische „Awakening“ stecken voller positiver Hoffnung, selbst wenn unterschwellig noch ein wenig Melancholie mitschwingt. Doch es geht auch hier um Aufbruch und den Blick nach vorn – heraus aus der Dunkelheit. „Something Better's Coming“ beginnt zunächst mit schwermütigen Klavierakkorden, um sich dann zu einer schwungvollen, positiv gestimmten Folk-Pop-Nummer zu entwickeln.

Mit „How Much A Heart Can Hold“ schmettert LeAnn ein weiteres Liebeslied, das stark an Bob Dylans „Make You Feel My Love“ erinnert. Mehr gemächliche Balladenkost, die wie geschaffen für ihre anstehende US-Weihnachtstour scheint, serviert sie in Form der Songs „Innocent“, „Imagined With Love“ und „There Will Be A Better Day“. Allesamt sind sie spärlich instrumentiert und stellen klar die stimmlichen Fähigkeiten der Künstlerin in den Vordergrund.

Mutig, aber nicht mutig genug

„Throw My Arms Around The World“ spielt wie „The Wild“ mit exotischen Rhythmen und Klängen, lässt aber einen roten Faden und eine packende Melodie vermissen. Aus der Reihe fällt auch das Titelstück „God's Work“. Es handelt sich um eine weitere Kollaboration mit Mickey Guyton. Doch auch R'n'B-Sängerin Táta Vega und Pedal-Steel-Gitarrist Robert Randolph von der Funk-Formation Robert Randolph And The Family Band mischen mit. Das Ergebnis klingt überraschend soulig, aber auch ein wenig gospelig, bluesig und immerhin ein bisschen countryesk.

Das Jonglieren und Experimentieren mit den unterschiedlichsten musikalischen Genres beweist Mut. Doch die Scheibe verfolgt dieses Wagnis nicht konsequent genug und verliert sich auf weiten Strecken im Balladen-Allerlei. Das weiß LeAnn Rimes natürlich mit ihrem unverkennbaren Organ zu veredeln. Allerdings geschieht dies mit einer gewissen Routine.

Veröffentlichung: 16. September 2022 (Everle Records)

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Quelle: YouTube / leannrimesofficial

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