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Grönemeyer kommt zur Ruhe

Grönemeyer kommt zur Ruhe © Ali Kepenek

Grönemeyers 14. Album zelebriert den Moment und reichlich verspätet auch die vergangene Fußball-WM.

Herbert Grönemeyers "Schiffsverkehr" aus dem Jahre 2011 fand auf vorwiegend unruhiger See statt: Sperrig-dissonante Rocksongs und schwer verdauliche Balladen prägten das Album. Sein neues Werk "Dauernd jetzt" präsentiert sich wieder deutlich versöhnlicher. Inhaltlich bleibt Grönemeyer zwar wie gewohnt vielschichtig und weitgehend auch tiefgründig. Doch musikalisch geht es zurück Richtung Mainstream: Die Melodien sind geradliniger, die meisten Refrains besitzen eingängigen Pop-Charakter.

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Der 58-jährige Sänger und sein Produzent Alex Silva konzentrieren sich auf das Wesentliche. Kein Titel wird überladen, ganz im Gegenteil: Oft genügt dem eingespielten Duo, das seit vielen Jahren zusammenarbeitet, ein dezenter Beat, mollige Pianoakkorde und ein brummelnder Bass.

Die Balladen dominieren

Das stimmungsvolle "Roter Mond", die Bergbau-Hymne "Unter Tage" und das sehr eindringliche "Fang mich an" wirken gerade durch diese zurückhaltende Inszenierung so atmosphärisch. Es braucht allerdings einige Hördurchgänge, bis man die sehr ähnlich gestrickten Balladen auseinander halten kann. So markant und dynamisch wie die melancholische Single "Morgen" sind sie nicht.

In Sachen Pathos hat allerdings die schleppende Pianonummer "Verloren" die Nase vorn - ein echter Depressionsgarant in der aktuellen Herbstzeit. Darf es da wirklich noch eine Ballade sein? Durchaus: Das reduzierte "Ich lieb mich durch" gibt sich folkig-chansonesk und angenehm unaufgeregt.

Auch wenn die ruhigen Momente auf "Dauernd jetzt" dominieren, verzichtet Grönemeyer nicht ganz auf seine rockigen Ausbrüche. Die nutzt er im Falle des griffigen "Wunderbare Leere", um hoffnungsvoll den Moment zu zelebrieren. Bei seiner Deutschland-Bestandsaufnahme "Unser Land" und dem düsteren "Uniform" übt er dagegen lautstark Kritik.

Der WM-Song kommt zu spät

Herberts gebellte Aufarbeitung der Fußball-WM 2014 mit den Titel "Der Löw" bleibt im Vergleich zum restlichen Songmaterial recht platt. Die viele Trommelei im Hintergrund schafft es leider nicht, die Euphorie des Sommers zurückzuholen. Das rhythmische "Feuerlicht" mit dem Duo Amadou & Mariam aus Mali über das Schicksal afrikanischer Flüchtlinge berührt da so viel mehr.

Ein Hauch von Ich + Ich weht durch das recht elektronische, von Anette Humpe geschriebene "Einverstanden". Das ist dann vielleicht doch ein bisschen zu viel Pop des Guten für einen Herbert Grönemeyer. Gleiches gilt für den billig stampfenden Remix von "Fang mich an" auf der "Limited Edition" von "Dauernd jetzt".

Link: www.groenemeyer.de

Veröffentlichung am 21.11.2014 (Grönland)

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    Herbert Grönemeyer: Dauernd jetzt
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