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Chris Brown erweist sich als Langweiler

Chris Brown erweist sich als Langweiler © Sony Music

Ein Album mit "X" - das war wohl nix: Chris Brown serviert eine Überdosis Plastik-Beats.

Eines muss man Chris Brown lassen. Trotz seiner unzähligen Skandale in den letzten Jahren hat es der US-Sänger geschafft, erfolgreich zu bleiben - in den USA mehr als hierzulande. Wie heißt es so schön: Auch schlechte PR ist gute PR. Mit seinen Eskapaden sichert sich der 25-Jährige einen regelmäßigen Platz in den Schlagzeilen. Zuletzt berichteten die amerikanischen Klatschblätter von einem Gefängnisaufenthalt und einer Reha wegen Browns Aggressionsproblemen.

Diese beiden Zwangspausen waren wohl auch der Grund dafür, weshalb das bereits für 2013 angekündigte Album "X" doch erst in diesem September erschienen ist. An mangelndem Songmaterial kann die Verschiebung nicht gelegen haben: Allein die Standardversion von Browns sechstem Longplayer wartet mit 17 Tracks auf, die "Deluxe Version" hängt noch vier weitere an.

Viele Köche verderben den Brei

Nicht kleckern, sondern klotzen - so hieß wohl auch die Devise bei den Kollaborationen: Chris begrüßt auf seiner neuen CD unzählige Albumgäste, darunter R. Kelly, Akon, Kendrick Lamar, Usher, Rick Ross, Lil Wayne, Brandy und die momentan allgegenwärtige Nicki Minaj. Die Liste mit Songwritern und Produzenten, die an der Entstehung von "X" beteiligt waren, erweist sich ebenfalls als lang: Diplo, Roccstar, FRESHM3N III, Nic Nac und Count Justice sind angesagte Namen im R'n'B- und Black-Music-Bereich.

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Quantität bedeutet aber leider auch in diesem Fall nicht Qualität: Unruhige Beats, nervtötende Synthies, ungreifbare Belangos-Melodien und anstrengender Autotune-Gesang stellen definitiv kein ausreichendes Konzept für eine XXL-Scheibe dar. Apropos Überlänge: Chris wird einfach nicht müde, über seine Fähigkeiten als Lover und Frauenaufreißer zu prahlen. Ein wenig Herzschmerz, ein paar Drogenstorys und die üblichen "Nigger"-Floskeln zwischendurch können die Lyrics inhaltlich erst recht nicht aufwerten.

Fast seht man sich nach reinen Partynummern wie "Don't Wake Me Up" und "Yeah 3x" zurück, welche die beiden letzten Alben Browns prägten. Die Eurodance-Stampfer gingen wenigstens noch ins gut ins Ohr und in die Beine. Diesmal kommt das Plastik-Beat-Ambiente fast ohne Pop-Appeal aus - zumindest aus der Perspektive melodieverwöhnter europäischer Ohren. Mit "X" konzentriert sich Chris Brown klar auf den US-Markt, liebäugelt wieder mehr mit R'n'B und Hip Hop.

Anspieltipp verzweifelt gesucht

Doch in beiden Genres scheint er mit seinem seelenlosen Werk ebenfalls falsch aufgehoben: Chris Brown hat weder "Ryhthm" noch "Blues" und schon gar keine wichtigen Botschaften für nachhaltigen und ernstzunehmenden Hip Hop zu bieten.Vielleicht war ihm das aber selbst klar und er heuerte deshalb so viele bekannte Kollegen als Unterstützung an. Diese können die unterdurchschnittlichen Songs zwar nicht aufwerten, sorgen aber immerhin für etwas gesangliche Abwechslung. Die Versuchung, bei plätschernden Balladen wie "Drown In It" (mit R. Kelly), "Autumn Leaves" (mit Kendrick Lamar) und "Do Better" (mit Brandy) die Skip-Taste zu drücken, bleibt trotzdem hoch.

Tatsächlich fällt es schwer, auch nur einen einzigen Anspieltipp zu benennen, weil nicht einer der 21 Tracks heraussticht. Am ehesten kann noch der tanzbare Clubtrack "Add Me In" mit seinen düsteren 80er-Sounds überzeugen, selbst wenn er unterm Strich viel zu überladen wirkt. Chris Brown singt und juchzt hier wie ein kleiner Möchtegern-Michael-Jackson. Ob das für einen Hit reicht?

Link: www.chrisbrownworld.com

 

Veröffentlichung am 12.09.2014 (Sony Music)

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  • Rezension zu:
    Chris Brown: X (Deluxe Version)
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