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Pop-Langeweile mit Marlon Roudette

Pop-Langeweile mit Marlon Roudette © Universal Music, Danny North

Marlon Roudettes "Electric Soul" bieten entgegen des Albumtitels elektronischen Plätscher-Pop zum Träumen.

Nach dem Ende des Duos Mattafix gelang Sänger Marlon Roudette mit "Matter Fixed" ein erfolgreicher Start in die Solokarriere. Die Debüt-CD brachte 2011 die Hitsingles "New Age" und "Anti Hero" hervor, an die der 31-jährige Brite nun nahtlos anknüpft:

"When The Beat Drops Out", die erste Songveröffentlichung aus seinem zweiten Longplayer "Electric Soul", springt auf Anhieb an die Pole Position der deutschen Charts. Die Nummer geht mit der griffigen Steel-Pan-Hookline direkt ins Ohr und passt gut in den Sommer. Ähnlichkeiten zu den Songs "Chasing The Sun" von The Wanted und "Save Your Soul" von Jamie Culllum sind natürlich rein zufällig. Ach ja: Der Titel "Drum Control" von Romans Lobs aktuellem Album "Home" basiert ebenfalls auf den gleichen Akkorden.

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Abwechslung verzweifelt gesucht

Originell geht sicher anders, aber die breite Masse scheint es zu lieben, wenn ein Song vertraut klingt. Daher mag Roudettes Konzept, ein ganzes Album mit ähnlich gestrickten Stücken zu servieren, aus kommerzieller Sicht durchaus aufgehen. Die Steel-Pan kommt ebenso bei "Better Than Me" zum Einsatz, wirkt aber auch hier sehr künstlich wie ein computergeneriertes Instrument. Das mag an der generell sehr elektronischen Produktion liegen:

Die meisten Tracks starten mit einer düsteren, verheißungsvollen Elektro-Geräuschkulisse, bevor wohlig-warme Synthieflächen und dezente Beats einsetzen. Variationen in Tempo und Arrangement kennt Roudette kaum. Er besinnt sich ganz auf sein bewährtes Hit-Rezept und bleibt mit "Flicker" und "Your Only Love" der Radio-Pop-Formel treu.

Der Soul bleibt eine leere Versprechung

Nur in wenigen Momenten verlässt Marlon die Nummer-sicher-Pfade und wagt sich mit "Nice Things" an einen relaxten, gut gelaunten Reggae-Ohrwurm. Dezente Karibik-Einflüsse sind auch bei "Come Along" auszumachen, hier fehlt es jedoch an einem zündenden Refrain. "In Luck" weiß mit einem bluesigen, melancholischen Einschlag zu gefallen, auch wenn die synthetischen Beats die Stimmung schließlich doch wieder stören.

Überhaupt tut sich Roudette keinen großen Gefallen mit all dem elektronischen Allerlei ("These Three Hearts", "Too Much Too Lose"). Da kann der Sohn von Produzent Cameron McVey (Massive Attack, Sugababes) noch so gefühlvoll singen, die Emotionen gehen zwischen den sterilen Sounds flöten. Von Soul also keine Spur - ganz entgegen des Albumtitels! Stattdessen gibt es eine Überdosis Plätscher-Pop zum Träumen, der in geballter Form sehr ermüdend wirkt.

Link: www.marlonroudette.com

Veröffentlichung am 08.08.2014 (Vertigo Berlin - Universal Music)

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    Marlon Roudette: Electric Soul
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