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Roman Lob sucht sein musikalisches Zuhause

Roman Lob sucht sein musikalisches Zuhause © One Artist

Der neue Silberling von Casting- und ESC-Star Roman Lob trägt den Titel "Home". Sein musikalisches Zuhause findet er darauf allerdings noch nicht.

Nach seiner Teilnahme beim Eurovision Song Contest 2012 mit dem Song "Standing Still" wurde es schnell wieder ruhig um Casting-Entdeckung Roman Lob. Dabei schlug sich der sympathische Industriemechaniker aus Neustadt/Wied recht wacker beim alljährlichen Musikspektakel: Einen guten achten Platz holte er für Deutschland nach Hause. Cascada und Elaiza schafften es in den beiden Folgejahren dagegen nicht mehr in die Top 10. Doch damit sei dem inzwischen 24-Jährigen ausreichend Respekt gezollt. Mit den neuen Songs seines zweiten Albums "Home" muss sich Roman Lob erst einmal bewähren.

Sein Debüt "Changes" bestand vorwiegend aus den von routinierten Schreiberlingen verfassten Titeloptionen für den ESC. Diesmal hat sich der ehemalige "Deutschland sucht den Superstar"-Kandidat selbst verstärkt in den Songwriting-Prozess eingebracht. Unterstützt wurde er dabei erneut von seinem "Unser Star für Baku"-Mentor Thomas D sowie von Tobias Schmitz (Jupiter Jones) und Carsten Thonack, der auch schon beim Erstling mitmischte.

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Romans Stimme kommt nicht zur Geltung

Das eingespielte Team ist auf "Home" unüberhörbar um mehr Coolness bemüht. So richtig will das allerdings noch nicht gelingen. Ohne ESC im Hintergrund bleiben allzu glatt gebügelte Pop-Nummern zwar aus. Doch schon die Vorab-Single "All That Matters" zeigt bestens, wie unentschlossen und unausgegoren die neuen Stücke noch klingen:

Den Beat-Gerüsten aus dem Rechner fehlt es genauso an Druck wie Romans Stimme, die in den bevorzugten hohen Tonlagen recht dünn und fast schon unsicher wirkt. Wenn im Hintergrund dann noch alles mit opulenten Synthiestreichern zugekleistert wird, droht Lob in der überladenen Produktion völlig unterzugehen ("A Minute Before", "Where Are We Now"). Das ist wirklich schade, hat er sich in der Vergangenheit doch als solider Live-Sänger bewiesen.

Ein Justin Timberlake bleibt unerreicht

Auch die R'n'B- und Funk-Ausflüge funktionieren nicht, vielleicht weil sich Roman hier an US-Vorbildern orientiert, die einfach eine Nummer zu groß für ihn sind: Bei "Rolling" scheitert er dabei, wie ein Justin Timberlake grooven zu wollen. "California" will eine angesagte Pharrell-Williams-Nummer sein, plätschert dann aber ohne Biss durch kurze, unspektakuläre 2 Minuten und 48 Sekunden.

Langweilige Hintergrundberieselung bleiben die jazzig angehauchte, aber sehr träge Ballade "Downhill" und das schnarchige 70er-Disco-Nümmerchen "Snapshot". Das hat alles einen gewissen Demoversion-Charakter: Die Songideen sind da, doch sie wurden nicht zu Ende gedacht und auf den Punkt produziert.

Der potenzielle Single-Anwärter "Drum Control" klaut frech die Akkorde beim Ohrwurm "Chasing The Sun" von der Boygroup The Wanted. Doch selbst ein Jamie Cullum hat diese zuletzt bei seinem Song "Save Your Soul" auf dem Album "Momentum" verwurstelt. Aktuell hat Marlon Roudette mit "When The Beat Drops Out" daraus einen neuen Hit gebastelt. Ähnlich abgedroschen gestalten sich auch die Lyrics von Romans Liedern: Da werden altbekannte Reime und Schulenglisch-Floskeln aneinandergereiht, dass sich vermutlich ein Dieter "My dreams came true" Bohlen in seinem Schaffen bestätigt fühlt.

Standard-Pop und ein dezenter Rock-Moment

Apropos Bohlen: Eine obligatorische 08/15-Pop-Ballade darf auf "Home" natürlich nicht fehlen. "If We Try" bewirbt sich als offizieller "Standing Still"-Nachfolger und wird genauso wie das eingängige "Changes Happen" sicher gerne von den deutschen Formatradios ins Programm genommen.

Der mit Abstand beste Song des Albums ist jedoch das energiegeladene "Wake Up". Hier kommt Romans langjährige Vergangenheit in der Rock-Band Rooftop Kingdom zumindest ansatzweise zum Ausdruck. Und siehe da: Bei dem gitarrenlastigeren Sound macht auch seine Stimme plötzlich wieder eine viel bessere Figur!

Link: www.romanlob.de

Veröffentlichung am 25.07.2014 (One Artist / Rough Trade)

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    Roman Lob: Home
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