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Heiterer Jazz-Pop aus Italien

Heiterer Jazz-Pop aus Italien © Warner Music

ESC-Entdeckung Raphael Gualazzi macht mit seinem unterhaltsamen Jazz-Pop gute Laune. Allerdings fehlt am Ende der letzte Biss.

Raphael Gualazzi – diesen Namen kennt man doch! Der Italiener belegte mit seinem Titel "Madness Of Love" den zweiten Platz beim Eurovision Song Contest in Düsseldorf vor drei Jahren. Mit "Happy Mistake" hat der Sänger, Songwriter und Pianist nun auch hierzulande sein neues und bereits drittes Album veröffentlicht. In seiner Heimat und im europäischen Ausland erschien die Scheibe schon im Februar 2013. Doch Gualazzis Stil ist zeitlos, dass die Verspätung allenfalls ärgerlich für Fans ist.

Das CD-Cover gibt die musikalische Richtung vor: Der 32-jährige Musiker sitzt an einem morschen, bereits halb zerfallenen Klavier, das durch sein Spiel vollends in sich einzustürzen droht. Verschiedene Klaviereinzelteile bilden gleichzeitig eine Art schützende Dachkonstruktion über ihm. Will vermutlich heißen: Zum einen besinnt sich Gualazzi wie gehabt auf traditionelle Jazz- und Swingelemente, zerlegt diese aber in ihre Einzelteile und spielt auf originelle Weise mit ihnen. Er schlägt gekonnt den Bogen zum Pop, unterhält mit eingängigen Melodien und seinem gewitzten Gesang.

Das Piano bleibt dabei Raphaels roter Faden - ganz egal, ob er freche Duette mit Camille Dalmais ("L'amie d'un italien") oder den Puppini Sisters ("Welcome To My Hell") anstimmt oder lässig-locker groovt ("Seventy Days Of Love", "Mambo Soul"). Am meisten kann Gualazzi mitreißen, wenn er energisch und mit viel Soul in die Tasten haut wie bei "Don't Call My Name" und auch mal Elektronisches zulässt ("Svaluatation", "Liberio o no"). Dann klingt der Musiker ähnlich modern wie Jamie Cullum, selbst wenn er stimmlich nicht mit seinem britischen Kollegen mithalten kann.

Mehr Emotionen in der Muttersprache

Gualazzi hat seine gesanglichen Stärken eher in den tieferen Tonlagen, welche die bluesige, rauere Facette seiner Stimme hervorkitzeln. Sobald er in die Kopfstimme wechselt, fehlt es ihm an Kraft. Zudem wirkt sein Gesang dann sogar ein wenig anstrengend. Auch die englischen Texte stehen dem Künstler trotz seines charmanten Akzents weniger gut als die italienischen.

Sobald er in seiner Muttersprache singt, kann er mit so viel mehr Ausdruck und Emotionen aufwarten. Daher haben auch die obligatorischen Balladen "Sai (Ci basta un sogno)" und "Tanto ci sei" ihren Reiz. Solide Songwriter-Kost serviert der sympathische Strahlemann aus Urbino dagegen mit Titeln wie "Senza Ritegno" und "I'm Tired".

Musikalisch bewegt sich Gualazzi mit "Happy Mistake" auf einem sehr hohen Niveau, die Songs sind handwerklich gut gemacht. Dennoch fehlt am Ende der gewisse Biss, das wirklich Besondere, damit man die CD nachhaltig in Erinnerung behält.

Link: www.raphaelgualazzi.com

Veröffentlichung am 18.04.2014 (Warner Music)

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    Raphael Gualazzi: Happy Mistake (Deluxe Edition)
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