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Jeden Tag Silvester, jeder Song ein ''Worst of Deutsch-Pop''

Jeden Tag Silvester, jeder Song ein ''Worst of Deutsch-Pop'' © Marcel Brell

Die norddeutsche Band Jeden Tag Silvester eifert auf ihren neuen Album "Zwischen den Meeren" bekannten Pop-Acts nach und reimt sich damit ins Abseits.

Bertram Ulrich (Gesang, Klavier), Niclas Jawinsky (Gitarre), Tom Rieken (Schlagzeug) und Till Krohn (Bass) musizieren schon seit gut zehn Jahren zusammen. Ihre Anfänge bestritten sie noch als Coverband unter dem Namen Copy Paste. Als die Jungs aus der kleinen Stadt Bad Oldesloe in Schleswig-Holstein zunehmend eigene Lieder schrieben, traten sie schließlich als Format auf.

Recht schnell erfolgte dann jedoch die Umbenennung zu Jeden Tag Silvester. Mit dem markanteren Bandnamen stellten sich sogleich erste Erfolge ein. Nach der Veröffentlichung der EP "Sie werden von uns erzählen" spielte das Quartett im Vorprogramm von Johannes Oerding.

Die ewige Vorband

Der Kollege lag auf einer Wellenlänge und schrieb prompt an einigen Songs für das selbstbetitelte Debütalbum mit. Die Single-Auskopplung "Dein Glück" avancierte aufgrund der Teilnahme von Jeden Tag Silvester beim Bundesvision Song Contest 2015 immerhin zum kleinen Radiohit. Der große kommerzielle Durchbruch blieb aber auch mit dem 2017 veröffentlichten Longplayer "Geisterjägerstadt" aus.

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Dank zahlreicher Auftritte als Support etablierter Deutsch-Pop-Acts wie Silbermond, Mark Forster und Silly konnte die Band ihren Bekanntheitsgrad im Laufe der Jahre dennoch konsequent steigern. Mit dem neuen Werk "Zwischen den Meeren" soll der Knoten nun endlich platzen. Gelingt Jeden Tag Silvester der lang ersehnte Erfolg in den Charts?

Schon mal gehört

Um es kurz zu machen: Wohl eher nicht. Denn was die norddeutsche Formation abliefert, schreit regelrecht nach einer Rückbesinnung auf den ursprünglichen Bandnamen. In bester Copy-And-Paste-Manier wurden hier mit der Schablone Lieder geschrieben, die sich klar an bekannten Kollegen und Bands orientieren.

So klingt gleich der Opener wie eine Fortsetzung des Ohrwurms "Ein Hoch auf uns" von Andreas Bourani. Selbst stimmlich kommt Bertram diesem verdächtig nahe. "Kleinstadthelden" wandert im Anschluss mit nostalgischen, aber wenig originellen Lyrics über unbeschwerte Jugendtage auf den Spuren von Revolverheld.

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Das floskelige "16 Zu 9" und das balladeske Titelstück des Albums klingen mit ihren abgedroschenen Akkorden wie unzählige andere Deutsch-Pop-Hymnen der letzten Jahre. Max Giesinger, Wincent Weiss, Mark Forster und Co lassen auch bei den weiteren Songs recht schön grüßen. Inhaltlich geht es um genreübliche Themen wie die liebe Liebe oder den Wunsch, aus dem grauen Alltag auszubrechen. Das Ganze wird mit Vorliebe in Form von platten und altbekannten Reimen serviert.

Songkopierer statt Songpoeten

Eine Nummer könnte es mit ihren Textzeilen nicht besser auf den Punkt bringen: „Hallo, hallo Langeweile, ich freu mich dich zu sehen. Kommst du ein Stück mit auf die Reise, egal wohin wir gehen?"

Mit "Zwischen den Meeren" geht es für Jeden Tag Silvester leider in eine musikalische Sackgasse. Die Band könnte nicht beliebiger klingen und verbaut sich damit die Chance, aus der Masse an "deutschen Songpoeten" herauszustechen. "Deutsche Songkopierer" wäre hier klar die passendere Begrifflichkeit.

Mehr Infos zur Band: www.jedentagsilvester.de

Veröffentlichung am 24.05.2019 (Jeden Tag Silvester Records / Edel)

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  • Rezension zu:
    Jeden Tag Silvester: Zwischen den Meeren
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