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Bastille mit opulentem Debütalbum

Bastille mit opulentem Debütalbum © Universal Music

„It's only Pop, but I like it“, könnte man das unverschämt eingängige Debütalbum von Bastille auf den Punkt bringen. Doch so einfach dürften es die Musikkritiker dieser Welt dem Londoner Bandprojekt um Sänger und Songwriter Dan Smith eher nicht machen.

Wenn man will, kann man dem Newcomer tatsächlich vieles zum Vorwurf machen: Die bereits chartserprobte Single "Popmpeii" klingt wie eine kalkulierte Mischung aus The Killers und Fun. –  inklusive Melodieähnlichkeiten zum Hit "Human", obligatorischem Marschrhythmus und mitsingtauglichem Chor. Bei "Things We Lost In The Fire" scheinen Hurts auf Florence and the Machine zu treffen. Die Pizzicato-Streicher erinnern dagegen stark an "Lemon Tree" von Fool's Garden. Dazu gesellt sich ein gefälliger Mitklatsch-Beat und ein erneut treffsicherer Refrain.

Mit dem Titelsong wird es dann schon elektronischer: Ein Hauch von 80er-Synthie-Pop, stadiontauglich mit einer hymnischen Melodie aufbereitet. Dezente Computersounds mischen sich auch unter die Pianoakkorde der Balladen "Overjoyed" und "Oblivion". Wieder denkt man unweigerlich an Hurts, aufgrund Smiths leidendem Gesang aber auch an Coldplay.

Nicht kleckern - klotzen

Mit einer verspielten Rhythmik irgendwo zwischen Ethno und Dancehall geht "These Streets" direkt in die Beine. Ohne Frage: eine Gute-Laune-Nummer!  "Icarus" beginnt zunächst mystisch und mit dramatischen Trommeln. Dann groovt und stampft es fast schon clubtauglich, aber ganz ohne Synthie-Schnickschnack. Ein bisschen überladen wirkt der Titel wegen zahlreicher rhythmischer Breaks dennoch. Ein Cello will sich zudem auch noch Gehör verschaffen. Puh, ganz schön anstrengend!

"Weight Of Living, Pt. II" ist von noch mehr Unruhe geprägt: Erst eine dominante Bass-Hookline, schließlich ein unentschlossener Beat, der immer wieder aussetzt, um dann im Refrain mit einem gewagten Harmoniewechsel zurückzukehren. Weniger wäre an dieser Stelle definitiv mehr gewesen.

Doch Dan ist leidenschaftlicher Film-Fan und setzt daher lieber auf das ganz große Kino mit extra viel Pathos. Seinen Lieblingsregisseur David Lynch ehrt er zum einen mit dem CD-Cover, das auf dessen Werk "Lost Highway" anspielt. Mit "Laura Palmer" liefert er zum anderen eine bombastische und überaus tanzbare Song-Hommage an die Protagonistin aus Lynchs Kultserie "Twin Peaks" ab.

Ein Album voller Superhits

Bastilles knallhartes Konzept der Radiotauglichkeit wird auch nicht mit dem sehr poppigen "Flaws", dem gefühlvollen, theatralisch inszenierten "Daniel In The Den" und dem melancholischen Album-Rausschmeißer "Get Home" nicht mehr unterbrochen. Da mag es vielen Kritikern an Originalität und Abwechslung fehlen. Und überhaupt: Mainstream darf man ja grundsätzlich nicht gutheißen. Warum eigentlich nicht?

Dan Smith mag mit seinem Debüt das Pop-Rad nicht neu erfunden haben. Er bringt es mit seinem Gespür für unwiderstehliche Melodien aber so gut ins Rollen, dass man gerne aufspringt, um mitzusingen und mitzutanzen. "Bad Blood" macht gerade deshalb so viel Spaß, weil fast jeder Song Superhit-Ambitionen hat und nicht davor zurückschreckt, auch mal übers Ziel hinauszuschießen. Vielleicht lassen sich einige Kritikerkollegen daher am Ende zu folgender Aussage hinreißen: „It's only kitsch, but I like it anyway!“

Link: www.bastillebastille.com

Veröffentlichung am 26.06.2013 (Virgin / Universal Music)

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    Bastille: Bad Blood
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