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Camila Cabello, das nächste große One-Hit-Wonder

Camila Cabello, das nächste große One-Hit-Wonder © Sony Music

Steigt Camila Cabello nach ihrem Welthit „Havana“ in die Riege der Pop-Superstars auf? Ihr erstes Album gibt eine eindeutige Antwort auf diese Frage.

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz im Musikgeschäft: Zusammengecastete Retortenbands haben eine begrenzte Haltbarkeitsdauer. Die fünf Minuten im Rampenlicht verfliegen im Nu. Der Anfang vom Ende beginnt, wenn das erste Mitglied aussteigt, um eine Solokarriere zu starten.

Camila Cabello schmiss Ende 2016 das Handtuch bei Fifth Harmony. Die Girlgroup ging 2012 aus der zweiten Staffel der US-Version von „The X Factor“ hervor und landete mit „Worth It“ und „Work From Home“ immerhin zwei große, international erfolgreiche Hits.

Dauerrotation im Formatradio

Im Alleingang setzte Camila mit „Havana“ auf Anhieb ein Ausrufezeichen: Die sommerlich-verführerische Hymne an ihre Geburtsstadt katapultierte die 20-Jährige in 88 Ländern in die Top Ten der Singlecharts. Hierzulande kletterte der Ohrwurm bis auf Platz 2 und wurde von den Formatradios längst totgedudelt.

Höchste Zeit also für Nachschub: Mit ihrem neu veröffentlichten Solodebüt „Camila“ wagt Cabello den nächsten Karriereschritt. Ursprünglich sollte die Scheibe „The Hurting. The Healing. The Loving.“ heißen und inhaltlich eine Art Abrechnung mit der Zeit in der Mädelsband werden. Doch nach dem Überraschungserfolg von „Havana“ überdachte man dieses Konzept wohl noch einmal.

Ohrwürmer für den Sommer

Mit den tanzbaren und unbeschwerten Reggaeton-Nummern „She Loves Control“ und „Inside Out“ darf sich die Tochter einer Kubanerin und eines Mexikaners stattdessen noch mehr auf ihre Latin-Wurzeln besinnen. Die Single-Auskopplungen für die Sommerwochen 2018 stehen damit schon mal fest.

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Viel lieber als die Hüften zu stampfenden Beats zu schwingen, präsentiert sich Camila jedoch cool, entspannt und sexy. Chillige, reduzierte Songs wie „All These Years“ und „Real Friends“ erinnern an Justin Biebers „Love Yourself“: Schlichte Gitarrenrifs als Basis und ein paar Effekte lassen Cabellos Stimme genügend Luft zum Atmen.

Eine weise Entscheidung, denn die größte Sängerin ist die junge Dame wahrlich nicht: Die beiden obligatorischen Balladen „Consequences“ und „Something's Gotta Give“ verzichten folgerichtig auf Stimmakrobatik, setzen vor allem auf viel gehauchtes Gefühl und noch mehr Auto-Tune.

Quiekende Roboter-Schlumpfine

Es gibt kaum einen Song auf dem Album, bei dem der kanadische Produzent Frank Dukes (Lorde, Zayn, Frank Ocean) nicht im großen Ausmaß am Gesang herumgeschraubt zu haben scheint. Das fällt selbst bei stark elektronischen Stücken wie der neuen Single „Never Be The Same“ und dem pumpenden „In The Dark“ negativ auf.

In extremen Momenten quietscht und quäkt Cabello wie eine Roboter-Schlumpfine, was das Hörvergnügen trübt. Wo bleibt die Natürlichkeit, wo der Wiedererkennungswert?

Die knallharte Prognose: An den Titel „Havana“ mag man sich in zehn Jahren vielleicht noch erinnern. An den Namen Camila Cabello vermutlich nicht.

Mehr Infos zur Künstlerin: www.camilacabello.com

Veröffentlichung: 12.01.2018 (Sony Music)

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  • Rezension zu:
    Camila Cabello: Camila
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