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The Chainsmokers: Gefangen in der Dudelschleife

The Chainsmokers: Gefangen in der Dudelschleife © Sony Music

Tut nicht weh, reißt aber auch nicht vom Hocker: Es geht um das Debüt der Chainsmokers.

Das DJ-Duo The Chainsmokers aus New York polarisierte schon 2014 mit seiner ersten Single "#SELFIE": Die Kritiker rümpften die Nase, ein kommerzieller Hit wurde die trashige und durchaus selbstironische Techno-Nummer trotzdem.

Mit den folgenden Veröffentlichungen sollte sich zeigen: Alex Pall und Andrew Taggart fühlen sich vor allem im gefälligen Pop zu Hause, den sie wie im Falle von "Roses", "Don't Let Me Down" und "Closer" synthetisch und modern verpackt haben.

Die beiden Jungs landen einen Hit nach dem anderen und sind mitverantwortlich für einen regelrechten Elektro-Pop-Hype in den internationalen Charts. Fürs Debütalbum haben sich die Chainsmokers so lange Zeit gelassen, dass keiner ihrer Anfangserfolge mehr darauf zu finden ist.

Bloß kein Wagnis eingehen

Warum auch? Mit dem verträumt stampfenden "The One", der Coldplay-Kollaboration "Something Just Like This" und "Paris", einem Duett mit Sängerin Emily Warren, hat "Memories... Do Not Open" bereits vor der Veröffentlichung drei neue und abermals sehr erfolgreiche Singles hervorgebracht.

Allein ein Blick auf die Länge der einzelnen Albumtitel genügt, um zu erahnen: Es dürften etliche weitere folgen. Die Songs präsentieren sich im radiokompatiblen Dreieinhalb-Minuten-Format. Pall und Taggart wollen partout nicht von ihrer bewährten Hit-Baukasten-Formel abweichen.

Dem Formatradio zuliebe bleiben die Beats soft. Auch die Synthies und Bässe wagen keine Ausbrüche. Selbst am Auto-Tune-Regler wird nur bedingt herumgeschraubt. Immerhin eine Überraschung!

Viele Gäste, keine Abwechslung

Der größte Sänger ist Andrew natürlich trotzdem nicht. Vielleicht übernimmt deshalb die zum Quäken neigende Emily Warren gleich bei zwei weiteren neuen Tracks ("Don't Say", "My Type") noch einmal das Mikro. Die französische Sängerin Louane schaut für "It Won't Kill Ya" vorbei. Doch an dieser Stelle hat sich der Longplayer längst ein wenig eingeplätschert.

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Es fällt kaum auf, wenn sich später noch R'n'B-Sängerin Jhené Aiko ("Wake Up Alone") oder das Country-Duo Florida Georgia Line ("Last Day Alive") die Ehre geben. Die Songs klingen einfach zu ähnlich und gehen mit zunehmender CD-Laufzeit unter.

Originell geht anders

So begnügen sich die Chainsmokers mit netten Pop-Melodien im modernen, aber unaufdringlichen EDM-Gewand und mit belanglosen Zeilen über ein bisschen Herzschmerz, ein paar durchgemachte Nächte und diverse Bettgeschichten.

Das mag wenig originell und auch recht langweilig sein. "Memories... Do Not Open" wie zahlreiche Rezensionen im Netz als Totalausfall zu werten, wäre aber übertrieben. Die Wahrheit liegt vermutlich wie immer irgendwo dazwischen.

Für die leicht verdauliche Nebenher-Berieselung und zum gelegentlichen Mitsummen geht die Chainsmokers-Scheibe schon in Ordnung.

Mehr Infos zum Duo: www.thechainsmokers.com

Veröffentlichung: 07.04.2017 (Sony Music / Columbia)

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    The Chainsmokers: Memories... Do Not Open
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