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Die Schöneberger als Klischee-Jongleuse

Die Schöneberger als Klischee-Jongleuse © Universal Music

Mit ihrem neuen Album "Bekannt aus Funk und Fernsehen" weiß TV-Star Barbara Schöneberger einmal mehr als Sängerin zu überzeugen. Ihre schwungvollen Ohrwürmer punkten mit Witz und Ironie.

Jeder Promi, der heutzutage etwas auf sich hält oder einfach nur ausgebrannt ist und dringend Kohle braucht, schreibt ein Buch, nimmt eine CD auf oder geht ins RTL-Dschungelcamp. Auch Moderatorin Barbara Schöneberger muss sich in Sachen Musik schuldig bekennen:

„Jetzt singt sie auch noch“, stellte sie vor gut sechs Jahren selbstironisch auf ihrem gleichnamigen Debütalbum fest. Laut eigenen Aussagen hatte ihr Manager die Idee für den Ausflug ans Mikrofon, sie habe sich spontan dazu überreden lassen. Vielleicht verliefen Barbaras erste Schritte als Sängerin deshalb so erfolgreich.

In ihren TV-Sendungen läuft die 39-jährige Blondine zur Hochform auf, gerade wenn sie spontan sein darf und einfach drauf los plappert. Ihre freche und direkte Art sind ihr Markenzeichen und spiegelt sich auch in den amüsant-bissigen Textzeilen ihrer neuen Songs wider. Wortgewandte Autoren wie Tom Albrecht, Niko Floss und Tilmann Strauss haben Schöneberger für ihre nunmehr drittes Album "Bekannt aus Funk und Fernsehen" knackige Comedy-Hits auf den Leib geschrieben.

Ein musikalisches Comedy-Programm

Barbara darf charmant mit altbekannten Klischees jonglieren und sie durch den Kakao ziehen: „Gibt's das auch in Groß?“, will sie in der so betitelten "Hit The Road Jack"-Hommage vom (vermeintlich) starken Geschlecht wissen, um danach empört festzustellen: „Zwei Minuten sind kein Sex!“

Und warum läuft es so schlecht in der Kiste? Der werte Herr hat sich gehen lassen und ordentlich zugelegt. In "Mein Mann - der Wal" bekommt der faule Hund sogleich sein Fett weg. Wie eine witzige Symbiose aus dem Jazz-Klassiker "Fever" und dem Spiritual "Go Down Moses" klingt Barbaras anschließende Lästerattacke gegen Schwiergermama in "I Love Schwiegermutter". 

Leicht schräger Soul-Pop dient Schöneberger als Plattform für Wortspiele mit Werbeslogans aus den 80ern ("Herr Kaiser"). "Die Erste und die Letzte" erweist sich als ein augenzwinkernder Blick auf ihre Begeisterungsfreudigkeit als frisch gebackene Mutter. Ein bisschen Bossa Nova gibt es mit dem seichten "Schuld war nur dein Oliba" auf die Ohren, während die Womanizer-Abrechnung "Die Schöne und das Lied" mit viel Pop-Appeal daherkommt.

Neue Tour startet im Frühjahr 2014

„Und wenn ein Fön in eine Badewanne fällt, ist das nicht schön, doch wir sparen bares Geld“, behandelt die Entertainerin im Lied "Sparen" auch ein ernstes Thema wie die Finanzkrise auf ihre ganz eigene Weise. In "Tränen lügen doch" entlarvt Barbara sich und ihre Geschlechtsgenossinnen als clevere Tränentrickserinnen, in "Irgendwie so anders" als naiv-hoffnungslose Romantikerinnen.

Mit dem gut gelaunten, aber recht harmlosen "Mach ma' endlich jemand Sommer" und dem mitschnipptauglichen Broadway-Abgesang "Hollywood" klingt die CD vielleicht ein wenig zu routiniert und harmlos aus. Doch das kann den Unterhaltungswert kaum schmälern:

Schönebergers Mix aus Swing, Pop und Jazz und vor allem die witzigen Texte machen eine Menge Spaß und Lust auf die anstehende Tour im Frühjahr 2014.

Link: www.universal-music.de/barbara-schoeneberger

Veröffentlichung am 25.10.2013 (Polydor / Universal)

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  • Rezension zu:
    Barbara Schöneberger: Bekannt aus Funk und Fernsehen
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