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Nur die Stimme ist großartig

Nur die Stimme ist großartig © Sony Music

Erreicht Rebecca Ferguson mit überproduziertem Soul-Pop-Allerlei endgültig internationalen Superstar-Status?

Vor gut drei Jahren wurde die britische Sängerin Rebeccca Ferguson Zweite in der britischen Version von "X Factor". Die Castingshow ist immer wieder ein Sprungbrett für eine internationale Karriere. Man denke an Leona Lewis, One Direction und Olly Murs.

Ferguson konnte mit ihrem Debütalbum "Heaven" ebenfalls erste Erfolge verbuchen – dank des eingängigen Radiohits "Nothing's Real But Love" auch über die Grenzen ihrer Heimat hinaus. Hierzulande gingen stolze 50000 Exemplare des Longplayers über die Ladentische. Selbst in Amerika kletterte die Newcomerin bis auf Platz 23 der Billboard Charts.

Schon das Cover von Rebeccas neuem Album "Freedom" scheint nun sagen zu wollen: Jetzt geht es voll ganz in Richtung Superstar-Status. Gestylt als glamouröse Diva in Rot erweist sich die 27-Jährige auf jeden Fall als echter Hingucker. Zum Glück kann die Sängerin nicht nur optisch auftrumpfen, sondern auch mit ihrer markant-rauchigen und sehr souligen Stimme.

Es fehlen die zündenden Refrains

Anders als die meisten Castingsternchen lässt sich die Künstlerin zudem nicht mit fertigen Hits versorgen, sondern schreibt ihre Stücke selbst – mit Unterstützung von bekannten Namen wie Jarrad Rogers (Annie Lennox, Delta Goodrem), Matt Hales (Aqualung, Brooke Fraser) und Toby Gad (James Morrison, Jessie J). Die Zusammenarbeit mit den Produzenten brachte zwar einen stimmigen Mix aus Soul, Pop und R'n'B hervor, allerdings auch Songs, die nicht so recht zünden wollen.

Die Single "I Hope" repräsentiert das Album ganz gut: Die erste Strophe beginnt vielversprechend, geht prima ins Ohr und baut eine gewisse Spannung auf. Man erwartet entsprechend einen großen Refrain als Höhepunkt der opulenten Popnummer. Doch leider spart Ferguson diesen aus und wiederholt lediglich eine knappe Textzeile gefühlte 100-mal und man fragt sich: War's das schon?!

Eine Handvoll weiterer Lieder auf "Freedom" funktioniert nach demselben Strickmuster: Die Strophen der Uptempo-Nummern "My Best", "All That I've Got" und "Hanging On" machen Lust auf mehr, bis die Refrains schließlich weit hinter den Erwartungen zurückbleiben. Das hoffnungsvolle "Wonderful World" verfolgt genau den gegenteiligen Ansatz: Die Strophen nehmen sich hier zurück, der hymnische Refrain kommt so besonders gut zur Geltung.

Weichspül-Ballade mit John Legend

Ein exzellentes Forum für Rebeccas Stimme sind wie schon auf ihrem Debüt die Balladen: "Freedom" wandelt unüberhörbar auf den Spuren von Emeli Sandés Überhit "Read All About It". Für das melancholische "Bridges" konnte Ferguson US-Kollege John Legend als Duettpartner gewinnen. Die beiden harmonieren bestens – zu kuscheltauglichen Weichspül-Pianoklängen und triefenden Streichern. Mit ganz viel Vibrato und Pathos trällert Rebecca beim etwas altmodisch produzierten "Light On" wieder im Alleingang.

Im Kontrast zu einer solch konservativen Ballade stehen tanzbare Tracks wie "My Best" und "We'll Be Fine". Die dezenten Beats und Synthies bereichern Fergusons Soul-Pop dabei nicht unbedingt. Weniger wäre wie so oft mehr gewesen. "Freedom" leidet nicht nur unter dem sehr durchschnittlichen Songmaterial, sondern ebenso unter der bombastischen Inszenierung der Titel.

Ein reduziertes Akustikgewand hätte vielleicht auch die refrainschwachen Stücke aufwerten können. Nachhaltig in Erinnerung behält man jedenfalls nur Fergusons herausragende Stimme. Die Musik dazu schafft es dagegen bloß zum folgenden Fazit: angenehme, aber beliebige Pop-Berieselung für nebenbei.

Link: www.rebeccaofficial.com

Veröffentlichung am 29.11.2013 (Rca Int. / Sony Music)

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    Rebecca Ferguson: Freedom
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