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Solider Country-Ausflug von Sheryl Crow

Solider Country-Ausflug von Sheryl Crow © Warner Music

Sheryl Crows neues Album ist eine wenig subtile Bewerbung fürs amerikanische Country-Radioprogramm.

Denkt Sheryl Crow etwa schon daran, sich zur Ruhe zu setzen? Man könnte es fast meinen: "Feels Like Home" betitelt die US-Sängerin ihr neues Album. Das klingt so, als wäre die 51-Jährige angekommen. Zuhause fühlt sie sich nach ihren dezenten Soulversuchen auf "100 Miles From Memphis" vor drei Jahren nun im guten, alten Nashville.

Will heißen: Sheryl zelebriert astreinen Country, wie er im Bilderbuche Amerikas steht und dort im Radioprogramm rauf und runter dudelt. Damit ihr der Genrewechsel auf Anhieb gelingt, holte sie sich Stars und Songwriter der Szene wie Zac Brown, Brad Paisley, Chris DuBois und Luke Laird mit ins Boot. Produziert hat Crow die Scheibe gemeinsam mit Justin Niebank, der zuletzt an den aktuellen CDs von Blake Shelton, Lady Antebellum und Keith Urban mitmischte.

Unterstützung von diversen Country-Stars

Mit solch geballter Country-Unterstützung war abzusehen, dass "Feels Like Home" so ziemlich jedes Klischee der Stilrichtung bedienen würde: Der routinierte Mix aus kitschigen Balladen, rockigeren Uptempo-Nummern und relaxten Cowgirl-Hymnen überrascht daher kaum. Die Lyrics bedienen ebenfalls bewährte Country-Themen: Es geht um Dramen des Alltags ("Waterproof Mascara"), das Leben ("Best Of Times"), Herzschmerz ("Callin' Me When I'm Lonely"), zerplatzte Träume ("Homecoming Queen") oder einfach nur ums Biertrinken und Abhängen ("We Oughta Be Drinkin'").

So vertraut wie die abgedroschenen Reime der Songtexte wirken auch die Akkorde und Melodien. Eingefleischte Country-Fans dürfte bei nahezu jedem Titel das Gefühl beschleichen, die Nummer schon unzählige Male zuvor gehört zu haben – sei es von Faith Hill, Shania Twain oder Carrie Underwood. Das ist Mainstream pur – eingängig und mit absoluter Wohlfühlgarantie. Doch der glatt gebügelten Weichspülproduktion fehlt es entsprechend an Originalität.

Nur gesanglich abwechslungsreich

Auf weiten Strecken rettet dann nur Sheryls Gesang den Longplayer vor der völligen Austauschbarkeit: Gerade wenn so ein dezent dunkles, angerautes Timbre in ihrer Stimme aufblitzt wie bei der ersten Single "Easy", geht das runter wie Öl. Bei "Give It To Me", das ein wenig an Leonard Cohens "Hallelujah" erinnert, singt Crow dann wieder wie ein Engel. Doch auch das typisch nasale Country-Gequäke beherrscht sie perfekt ("Crazy Ain't Original"), übertreibt es damit aber zum Glück nicht zu sehr. 

Generell passt der Nasville-Sound durchaus zu Sheryl. Allerdings hätte man von einer erfahrenen Künstlerin wie ihr erwartet, dass sie vielleicht etwas frischen Wind in die Country-Szene bringt. Stattdessen kopiert sie nur Altbekanntes. Schade!

Link: www.sherylcrow.com

Veröffentlichung am 24.01.2014 (Warner Bros. Records / Warner)

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    Sheryl Crow: Feels Like Home
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