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Neuanfang für Blink-182 ohne Tom DeLonge

Neuanfang für Blink-182 ohne Tom DeLonge © Willie Toledo

"California" ist ein Album, das Spaß macht, aber keinen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.

Tom DeLonge hat das Handtuch bei Blink-182 geworfen. Den Verlust ihres Gründungsmitglieds steckt die US-Pop-Punkband gut weg: Bassist Mark Hoppus und Schlagzeuger Travis Barker werden nun von Matt Skiba unterstützt, der sich bereits als Frontmann bei Alkaline Trio bewiesen hat. Der 40-Jährige sprang zuerst bei Konzerten als Ersatz für DeLonge ein. Nun stand er auch für die Aufnahmen des nunmehr siebten Studioalbums von Blink-182 zur Verfügung.

Es ist das erste seit "Neighbourhoods" aus dem Jahre 2011. Schon bei den eröffnenden Riffs der Scheibe stellen Blink-182 unwiderruflich klar: Trotz des Wechsels am Mikro ändert sich wenig bis gar nichts. Simple Gitarrenakkorde treffen auf hymnische Melodien und ein tobendes Schlagzeug. Ohne DeLonge klingt die Band vielleicht sogar wieder unbeschwerter als zuletzt.

Spaß ja, Abwechslung nein

Der Spaßfaktor der 16 neuen Songs, wobei "Brohemian Rhapsody" nur ein kurzer Rausschmeißer-Gag am Albumende darstellt, wird großgeschrieben. Blink-182 scheinen ganz auf eine große Sause mit ihren Fans aus, feiern sich wie anno 2000, als sie mit "All The Small Things" einen Welthit landeten.

Damals hätten wohl auch die aktuelle Single "Bored To Death" leichtes Spiel in den Charts gehabt. Die Nummer erinnert stark an den Titel "Adam's Song", der von "Enema Of The State" stamm, dem bislang erfolgreichsten Longplayer der Band. Mit "San Diego" gibt es sogar eine weitere Variation der alten Songidee.

Genau hier liegt auch das Problem: Selbst nach mehreren Durchläufen wirkt "California" wie ein Sammelsurium vertrauter und sich wiederholender Melodiefetzen, Sing-Along-Hooklines und Akkordabfolgen.

Party, Liebe, Kalifornien

Es besteht so nicht nur Verwechslungsgefahr mit alten Liedern der Band. Selbst die neuen Songs lassen sich zum Großteil kaum auseinanderhalten, zumal auch inhaltlich minimale Abwechslung angesagt ist: Es geht entweder um Party am Wochenende, das Leben im sonnigen Kalifornien oder die Liebe.

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Der Opener "Cynical" sticht allein wegen seines rasanten Tempos aus der Masse heraus, "Los Angeles" punktet mit einem treffsicheren Refrain und einer wuchtigen Inszenierung. Die Ballade "Home Is Such A Lonely Place" fällt auf, weil sie besonders seicht und brav daherkommt.

Nichts, das in Erinnerung bleibt

Matt Skiba meistert einen solch gefühlvollen Moment sogar besser als sein Vorgänger: DeLonge mag im Vergleich eine markantere Stimme besitzen, neigt aber auch zum Knödeln und Quäken. Gerade bei einer ruhigen Nummer kann das schnell mal anstrengend werden.

Man muss abwarten, ob Fans von Blink-182 Skiba als neuen Bandkopf akzeptieren werden oder ob "California" den Anfang vom Ende einläutet. Mal ganz abgesehen von der Umbesetzung schafft es das Album mit seinem gut gelaunten Punk-Pop-Allerlei einfach nicht, in Erinnerung zu bleiben.

Link: www.blink182.com

Veröffentlichung am 01.07.2016 (BMG Rights Management / Warner Music)

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    Blink-182: California
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