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Vier Salzburger auf Profilsuche

Vier Salzburger auf Profilsuche © Arne Müseler

Wo soll die musikalische Reise hingehen? Please Madame finden auf ihrem Debüt keine Antwort auf diese Frage.

Eine junge Band aus Österreich will endlich durchstarten: Please Madame musizieren schon etliche Jahre zusammen. Auf YouTube und Co hat sich das Indie-Quartett längst zu Klicklieblingen etabliert. Bei "Circus Halligalli" absolvierten Frontmann Dominik Wendl, Gitarrist Laurenz Strasser, Bassist Martin Pöheim und Schlagzeuger Merlin Delic kürzlich ihren ersten großen TV-Auftritt in Deutschland.

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Nun wird es höchste Zeit für das Debütalbum "Escape The Nest", an dem die Salzburger lange gebastelt haben. Etliche Songs wurden bereits vorab als Donwload-Singles veröffentlicht - zuletzt das eingängig rockende "Wait For Me". Es handelt sich dabei um einen der eher rar gesäten Mainstream-Tracks auf der CD. So offensichtlich auf einen Radioeinsatz hin produziert sind nur noch das energiegeladene "Ship A Dollar To Europe" und die gitarrenlastige, aber sehr brave Pop-Nummer "Into The World". Ist da wirklich noch eine Lücke zwischen Sunrise Avenue und Maroon 5 frei? Oder sollten Please Madame doch lieber als Placebo-Coverband antreten?

Melancholische Placebo-Momente

Die stimmliche Ähnlichkeit Wendls zu Brian Molko bei Titeln wie "Always On Call", "Be My Ending" und "1995" ist wirklich erstaunlich. Vielleicht wirkt sie aber auch nur so groß, da die melancholischen Alternative-Hymnen eben genau so auf einem Placebo-Album zu hören sein könnten. Parallelen hin oder her - die großen, sehnsüchtigen Melodien stehen Please Madame bestens. Gerade hier kommt Wendls charismatische Stimme optimal zur Geltung.

Wenn die Band energischer in die Saiten greift wie beim punkigen "IIESWYSBDKDKWIAA" oder dem krachenden "Lights.Camera.Asshole", klingt das Ergebnis nach feucht-fröhlicher Studentenparty und weniger markant. Sobald Please Madame das Tempo anziehen und die Lärmschraube hochdrehen, scheint Wendls Wiedererkennungswert dahin. Bei dem mit elektronischen Beats unterlegten "Too Much Cologne" wechselt er gar in die Kopfstimme, der es jedoch an Power fehlt.

Irritierender Hip-Hop-Ausreißer

Der Hip-Hop-Track "Shoot You Down" mit dem Salzburger Rapper C-Black fällt auf der zweiten Albumhälfte völlig aus dem Rahmen und hinterlässt ein großes Fragezeichen. Das dezent bluesige und überraschend relaxte "The Sun" passt da wesentlich besser zum restlichen Rock-Ambiente des Longplayers.

Es ist schon okay, wenn sich eine Newcomer-Band auf ihrem ersten Album ausprobiert. Doch insgesamt sind Please Madame auf "Escape The Nest" dabei etwas zu übereifrig. So viel musikalische Abwechslung macht einen sehr unentschlossenen Eindruck. Dem breiten Publikum dürfte es daher schwer fallen, die Österreicher in Erinnerung zu behalten.

Für den ganz großen Durchbruch fehlt es der Band wohl noch an einem klar zu definierenden Profil. Wenn das gefunden ist, könnten Please Madame aber ganz oben mitmischen - allein aufgrund Wendls stimmlicher Ausdruckskraft.

Link: www.pleasemadame.com

Veröffentlichung am 13.11.2015 (Late Hour Music)

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    Please Madame: Escape The Nest
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