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Enno Bunger gibt sich vielseitig

Enno Bunger gibt sich vielseitig © PIAS

Auf seiner neuen CD betreibt Enno Bunger fröhliches Schubladenspringen und überzeugt am Ende doch am meisten mit bewährten Klängen.

Viel Neues bei Enno Bunger: Der Sänger und Songwriter musiziert wieder im Alleingang, zumindest mehr oder weniger. Zuletzt spielte der 28-Jährige als Trio mit Bassist Berd Fricke und Schlagzeuger Nils Dietrich. Bei Live-Auftritten begleitet ihn nun eine Band aus wechselnden Mitgliedern, Dietrich ist noch sporadisch mit dabei. Die Veränderungen nutzt Bunger, um sich auf seinem dritten Album "Flüssiges Glück" auszuprobieren.

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War der Vorgänger noch von pianeskem Songwriter-Pop geprägt, tritt das Klavier diesmal mehr in den Hintergrund. Bunger taucht ein in atmosphärische Elektro-Welten und liebäugelt viel mehr mit den Charts als bislang: Bei "Neonlicht" und dem über zehn Minuten langen "Hamburg", das sich im Finale zu einer echten Dance-Nummer entwickelt, denkt man sofort an erfolgreiche Acts wie Marteria und Casper.

Nicht der größte Rapper

Tatsächlich versucht sich Enno bei diesen und weiteren Tracks des Albums immer wieder am Sprechgesang und schlägt sich ganz okay. Er bleibt aber klar der bessere Sänger, seine sanfte Stimme erinnert oft an Jochen Distelmeyer von Blumfeld. Als Rapper fehlt Bunger trotz seiner gewohnt ironischen Texte der nötige Biss.

Etwas besser flutschen die gesprochenen Zeilen beim düsteren "Renn!", das vor allem zu Beginn gewisse Assoziationen an den Hit "Wish (Komm zu mir)" von Thomas D. und Franka Potente weckt. Das sehr politische "Wo bleiben die Beschwerden?" klingt dann wieder wie ein Marteria auf Sparflamme. Deutscher Hip Hop dürfte langfristig nur ein Zwischenstopp für Bunger bleiben.

So viel stärker wirken seine Worte, wenn er doch wieder in die Pianotasten greift und dazu singt: Die hoffnungsvolle, sehr melodiöse Ballade "Zwei Streifen", das elton-johnige "Am Ende des Tunnels" und das bedächtige "Klumpen" sind die intimen Momente auf "Flüssiges Glück". Die nicht ganz kitschfreien, aber zeitlosen Songs haben sicher eine längere Haltbarkeitsdauer als der kommerziell gestrickte Elektro-Pop mit Rap-Einlagen.

Die Mischung macht's

Der Ausflug ins Elektronische funktioniert besser, wenn Enno das Rappen sein lässt und sich flirrende Gitarren dazugesellen wie beim stadiontauglichen Opener "Scheitern". "Nichts immer alles jetzt" erweist sich dagegen als stimmiger Mix aus NDW-Sound und Indie-Rock.

An Abwechslung mangelt es Bungers neuem Longplayer also nicht. Doch genau das macht die CD auch sehr unentschlossen. Wohin geht die Reise für den Ostfriesen? Dahinter steht momentan ein riesengroßes Fragezeichen.

Link: www.ennobunger.de

Veröffentlichung am 09.10.2015 (PIAS)

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    Enno Bunger: Flüssiges Glück
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