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Die Pop-Rente ruft, Madonna!

Die Pop-Rente ruft, Madonna! © Universal Music, Mert Alas / Marcus Piggot

Madonnas neues Werk ist vollgepackt mit viel Elektroschrott und einer Handvoll passabler Pop-Balladen.

Es gab Zeiten, da war Madonna noch Trendsetterin. Diese liegen aber schon lange zurück. Bereits seit vielen Jahren hinkt die "Queen of Pop" angesagten Trends nur noch hinterher. Ihre letzten beiden Alben "Hard Candy" (2008) und "MDNA" (2012) wirkten wie ein verzweifelter Versuch, jungen Kolleginnen wie Lady Gaga, Nelly Furtado, Katy Perry und Nicki Minaj nachzueifern.

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Madonnas neuer Silberling "Rebel Heart" klingt leider ebenfalls wie der Aufguss erfolgreicher Charts- und Clubstampfer aus den letzten Jahren. Kein Wunder: Ihre Hoheit hat keine Kosten gescheut und bekannte Produzenten wie Avicii, Kanye West und Diplo angeheuert. Als Albumgäste schauen zudem Nicki Minaj, Nas, Alicia Keys, Chance The Rapper und tatsächlich auch Ex-Boxer Mike Tyson vorbei. Vielleicht hätte solch ein Nummer-sicher-Konzept sogar aufgehen können.

Trashiger Einweg-Pop mit Synthie-Geblubber

Doch was nutzen Madonna zeitgemäße Beats, Synthie-Geblubber und Prominenz, wenn ein Großteil der Songs trashiger Einweg-Pop bleibt? Die "Deluxe Edition" von "Rebel Heart" wartet mit 19 Tracks auf. Darunter befinden sich allerdings so viele Totalausfälle, dass die wenigen soliden Nummern gnadenlos untergehen.

Die 56-jährige Monarchin scheitert etwa mit Rap-Versuchen zu elektronischer Geräuschkulisse ("Illuminati", "Veni Vidi Vici", "Holy Water"), billigem Euro-Dance ("Devil Pray", "Iconic") und nervigem Teenie-Pop ("Bitch I'm Madonna"). Selbst der vierminütige Quickie mit "S.E.X.", eigentlich das Sujet der skandalfreudigen Sängerin, entpuppt sich mit allzu platten Geschlechtsakt-Zeilen als peinlicher Ausrutscher.

Die erste Single "Living For Love", die den Longplayer eröffnet, hätte wohl eine Art modernes "Like A Prayer" werden sollen. Trotz obligatorischer Gospelchorunterstützung hat es aber nicht zu mehr als einem austauschbaren House-Track gereicht. Immerhin ist dieser bei all seiner Beliebigkeit auf den Punkt produziert und funktioniert zumindest als Ohrwurm.

Erträgliche Balladen mit hymnischen Refrains

Gleiches gilt für fast alle Balladen des Albums ("Ghosttown", "Joan Of Arc", "HeartBreakCity", "Wash All Over Me", "Rebel Heart"). Diese kommen zwar auch nicht ohne 08/15-Beats und Synthies aus, bestechen jedoch durch ihre simplen, hymnischen Melodien. Genau solche Stücke sind wie geschaffen für Madonnas zarte Stimme, die hier trotz Auto-Tune und anderen Effekten mit Gefühl glänzen darf.

"Body Shop" zählt ebenfalls zu den ruhigeren und erträglichen Songs auf "Rebel Heart", mit dem hypnotisierenden Beatgerüst aber nicht wirklich zur Balladen-Fraktion. Die elektronischen Spielereien sind präsent und dennoch dezent genug, um Madonnas Gesang den Vortritt zu lassen.

Am Fazit kann diese eine stimmige Produktion nichts ändern: Noch so ein enttäuschendes Album und Madonna muss den Pop-Thron endgültig freigeben. Die Rente ruft! Vielleicht kann ja Tochter Lourdes übernehmen?

Link: www.madonna.com

Veröffentlichung am 06.03.2015 (Universal Music)

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    Madonna: Rebel Heart (Deluxe Edition)
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