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Melissa Etheridge liebäugelt mit den Charts

Melissa Etheridge liebäugelt mit den Charts © SPV

"La La La" statt Leidenschaft: Melissa Etheridge ist endgültig im Mainstream angekommen.

Mit ihrem neuen Studioalbum wagt US-Rockerin Melissa Etheridge einen großen Schritt in Richtung Selbständigkeit. "This Is M.E." ist ihr erstes auf dem eigenen Label veröffentlichtes Werk.

In der Regel entscheiden sich Künstler für solch einen Schritt, um sich endlich ohne Vorgaben einer großen Plattenfirma zu verwirklichen und Neues auszuprobieren. Das Ergebnis klingt dann vielleicht weniger kommerziell, dafür reifer und auf jeden Fall spannender als durchschaubarer Mainstream.

Radiohits am laufenden Band

Bei Melissa Etheridge verhält es sich aber genau andersrum: Die meisten ihrer neuen Songs serviert die Sängerin mit der markanten Reibeisenstimme gleichermaßen radio- wie stadiontauglich. Sie eröffnet die Scheibe mit "I Won't Be Alone", "Take My Number" und "A Little Hard Hearted" hitverdächtig und mit überraschend viel Pop-Appeal.

Die nicht minder griffigen Titel "All The Way Home" und "Like A Preacher" bieten sich ebenso als Single-Kandidaten an. Die vielen Mitsing-Parts werden den Fans bei Live-Konzerten ordentlich einheizen. Auf CD wirkt das penetrante "La la la" und "Leideideideidei" allerdings ein wenig zu dick aufgetragen.

Apropos: Ein bisschen viel Schmalz hängt auf den obligatorischen Balladen "Do It Again" und "Who Are You Waiting". Ähnliches hat man von Etheridge auf ihren letzten Longplayern schon zu Genüge gehört. Auch inhaltlich bleiben Überraschungen aus: Die 53-Jährige thematisiert wieder die Liebe in guten wie in schlechten Zeiten mit klaren autobiografischen Referenzen.

Von rockig-laut bis harmlos-brav alles dabei

Selbstironie beweist Melissa beim laut krachenden, aber doch sehr schrägen "Monster", bevor es im Anschluss bluesig-dreckig mit "Ain't That Bad" weitergeht. Auch mit dem düsteren "Stranger Road" verlässt die zweifache Grammy-Gewinnerin kurzzeitig den Mainstream-Pfad und klingt mehr nach ihren rebellischen Anfangszeiten. Die gemäßigte und durchaus etwas langweilige Folk-Pop-Nummer "A Little Bit Of Me" kehrt dann wieder zur braven Harmlosigkeit zurück.

Für diese zeichnen sich wohl vor allem die bekannten Songwriter und Produzenten verantwortlich, die Melissa für "This Is M.E." angeheuert hat: Jerrod Bettis arbeitete schon für Künstler wie OneRepublic und Gavin DeGraw, Jon Levine für Nelly Furtado und Selena Gomez, Jerry Wonda für Shakira und Mary J. Blige. R'n'B-Producer RoccStar (Rihanna, Usher) war ebenfalls mit von der Partie. Die kommerzielle Produktion verwundert daher nicht, mit ihr zeigt sich Etheridge aber keineswegs von ihrer besten Seite.

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Es fehlt an der Leidenschaft ihrer frühen Werke. Im Moment geht es der Musikerin wohl hauptsächlich darum, möglichst viele CDs zu verkaufen, um ihrem Label zu einem guten Start zu verhelfen. Mehr als ein durchschnittliches, recht beliebiges Album ist dabei leider nicht herausgekommen.

Link: www.melissaetheridge.com

Veröffentlichung am 16.01.2015 (SPV)

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    Melissa Etheridge: This Is M.E.
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