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Alles, was du fürchtest: Kurzweiliger Thriller ohne Tiefgang

Alles, was du fürchtest: Kurzweiliger Thriller ohne Tiefgang © Lee Kilpatrick, Blanvalet

Ein verhängnisvoller Wohnungstausch bringt eine ohnehin schon traumatisierte Frau ins Visier eines Serienkillers.

"Alles, was du fürchtest" ist der dritte Thriller von US-Autor Peter Swanson, der sich mit seinen Romanen "Der Unbekannte" und "Die Gerechte" bereits einen Namen gemacht hat. Der Originaltitel "Her Every Fear" ("Jede ihrer Ängste") trifft die Geschichte besser.

Denn es geht um eine junge Frau, die nach einem traumatischen Erlebnis mit ihrem Ex-Freund von zahlreichen Ängsten und Selbstzweifeln geplagt wird: Kate Priddy begegnet jeder neuen Situation und jedem neuen Menschen, den sie kennen lernt, mit Misstrauen. Stets geht sie vom Schlimmsten aus und redet sich ein, das Negative regelrecht anzuziehen.

Mal hat sie Angst, mal hat sie keine

Trotz allem – und das ist ein erster Logikbruch Swansons – findet sie tatsächlich den Mut, sich nach einer monatelangen Auszeit auf ein kleines Abenteuer einzulassen. Ihr Cousin Corbin hat per E-Mail einen Tausch vorgeschlagen: Sie soll für ein halbes Jahr seine Wohnung in einem schicken Appartementhaus in Boston übernehmen. Er zieht im Gegenzug in ihr kleines, bescheidenes Zuhause in London, da er beruflichen Verpflichtungen in der britischen Hauptstadt nachkommen muss.

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Mit mulmigem Gefühl im Bauch entscheidet sich Kate dafür, ihre Vergangenheit, aber auch erst einmal ihre Eltern und ihre beste Freundin hinter sich zu lassen. In Boston will die begabte Zeichnerin wieder selbständiger werden und endlich ihr Grafikstudium fortsetzen.

Eine aufgeschlitzte Nachbarin

Diese Vorhaben gestalten sich allerdings als schwierig: Schon kurz nach ihrer Ankunft wird Corbins direkte Nachbarin tot aufgefunden. Zieht Kate das Unglück etwa doch magisch an? Als sie in der Küchenschublade einen Schlüssel für nebenan entdeckt, kommt sie mehr und mehr ins Grübeln. Steckt etwa Corbin hinter dem Mord? Oder hat Alan, der attraktive Nachbarn von der Wohnung gegenüber, etwas mit dem Verbrechen zu tun?

Und noch ein Logikbruch: Alan gesteht Kate, die Ermordete über einen langen Zeitraum durchs Fenster beobachtet zu haben. Trotzdem lässt sich die Protagonistin auf ihn ein. Immer wieder verhält sich diese wenig nachvollziehbar. Sie blendet all ihre Ängste genau dann komplett aus, wenn es Swanson in den Kram passt. Nur so kann sein Story-Konstrukt funktionieren, nur so bringt er die Handlung voran.

Überhaupt verlieht er sehr schnell das Interesse an Kate und ihren Gefühlen. Der Autor wechselt als allwissender Erzähler plötzlich die Perspektiven und mischt Kapitel aus der Sicht von Alan und Corbin unter. Zum Ende hin rückt er gar noch andere Randfiguren kurzzeitig in den Mittelpunkt. So verspielt er viele Chancen, Kate mit all ihren Neurosen tiefer zu ergründen und sie so glaubwürdiger zu machen. Zum anderen ist die Spannung im Nu verflogen, als Swanson sehr früh zu viel über Corbins Vergangenheit verrät.

Stark angefangen und stark nachgelassen

Die Auflösung kann so zeitnah erahnt werden. Unerfüllt bleibt die Hoffnung auf eine überraschende Wendung in der zweiten Romanhälfte. Immerhin laufen alle Fäden schlüssig zusammen. Abschließend erklärt Swanson fast zu viel, traut seiner Leserschaft nicht einmal einfachste Kombinationsgabe zu.

Der kitschige Rausschmeißer wirkt wie ein Zugeständnis an den Verlag: Das obligatorische Happy End stimmt romantisch veranlagte Leserinnen sicher glücklich, entpuppt sich aber leider nicht als sonderlich originell.

Es bleibt bei einem Mainstream-Thriller mit stark abflachender Spannungskurve. Dieser ist dank der gelungenen deutschen Übersetzung durch Fred Kinzel aber sehr gut und schnell zu lesen. Das Fazit danach: Aus der durchaus spannenden Prämisse hätte Swanson deutlich mehr rausholen können.

Mehr Infos zum Autor: www.peter-swanson.com

"Alles, was du fürchtest" von Peter Swanson ist am 27. Dezember 2018 im Blanvalet Taschenbuch Verlag erschienen.

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  • Rezension zu:
    Peter Swanson: Alles, was du fürchtest
  • Redaktionswertung:
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