| Gesehen - Kino | Die Fee •• | 04.09.12 | ![]() |
| Bizarres Filmmärchen mit mäßigem Clown-Humor |
Am 6. September startet die französisch-belgische Komödie "Die Fee" in den deutschen Kinos. Wenn das Publikum drei Wünsche frei hätte, würde es sich von der titelgebenden Protagonistin vermutlich mehr Handlung, mehr Dialoge und mehr Witz erbitten.
Inhalt: Der vom Pech verfolgte Nachtportier Dom (Dominique Abel) staunt nicht schlecht, als eines Abends eine Frau ins Hotel kommt, die sich als Fee vorstellt. Fiona (Fiona Gordon), so ihr Name, will ihm drei Wünsche erfüllen.
Zuerst einmal rettet sie aber sein Leben, nachdem ihm ein Stück seines Sandwiches im Hals stecken geblieben ist. Zur Entspannung nach diesem Schreck schenkt ihm die Fee eine eigenwillige Massage und am nächsten Morgen einen schicken Motorroller. Den hat sich Dom gewünscht, da sein Fahrrad schrottreif ist und ihn immer wieder zu spät zur Arbeit kommen lässt. Mit seinem neuen Fahrgerät macht Dom mit Fiona einen Ausflug ans Meer.
Beim Nacktbaden kommen sich die beiden näher. Der Liebesakt hat Folgen: Fiona wird im Nu schwanger und hat schon am nächsten Tag einen dicken Babybauch. Doch sie ist nicht mehr bei Dom, sondern gefangen in einer geschlossenen Anstalt. Kann ihr Liebster sie befreien?
Kritik: Skurrilitäten sind keine Seltenheit in der Welt des französischen Kinos. Fantasievolle und surreale Elemente machen gerade den Charme von Filmen wie "Die fabelhafte Welt der Amélie" oder "Micmacs - Uns gehört Paris!" aus. Die französisch-belgische Produktion "Die Fee" setzt aber ausschließlich auf solche absurd-bizarren Szenen und eine weitestgehend sinnfreie, lose zusammenhängende Handlung. Das dritte Werk des Regie-Trios Dominique Abel, Fiona Gordon und Bruno Romy wird daher bereits nach wenigen Minuten zu einer sehr gewöhnungsbedürftigen und anstrengenden Angelegenheit.
Die am klassischen Stummfilm orientierten Slapstick-Einlagen, die vielen repetitiven Gags und die ständigen Tanzunterbrechungen wirken schrecklich überzogen und nur im ersten Moment komisch. Man merkt deutlich, dass die auch privat liierten Hauptdarsteller Gordon und Abdel gelernte Clowns sind. Was in der Zirkusmanege oder in der Fußgängerzone im entsprechenden Kostüm, mit geschminktem Gesicht und roter Pappnase amüsieren mag, scheitert als Experiment auf der großen Leinwand.
Vielleicht hätte das dialogarme, pantomimische Spiel besser in Kombination mit einem witzigen Score funktioniert. Doch bis auf wenige musikalische Akzente und verschiedene Geräuschkulissen herrscht in "Die Fee" auf weiten Strecken eine fast schon erdrückende Stille. Das macht den Film vor allem im Mittelteil zusätzlich zäh. An Tempo gewinnt er erst wieder gegen Ende mit einer wilden Verfolgungsjagd, die ganz bewusst die längst überholte Technik der Rückprojektion nutzt.
Doch trotz der vielen Referenzen an alte Kinozeiten und einer optisch durchaus gelungenen Umsetzung bleibt es bei einem ziemlich durchgeknallten Streifen, der unterm Strich mehr irritiert, als zu unterhalten. (TEXT-BAUER)
Fotos: © Pandastorm Pictures
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