| Gehört - CD / MP3 | Garbage: Not Your Kind Of People •• | 13.05.12 | ![]() |
| Enttäuschendes Comeback von Shirley Manson und Co |

Es regnet schwache Songs vom Garbage-Himmel und wir sind so gar nicht happy.
Vor sieben Jahren war die Luft raus bei Garbage. Das Quartett um die charismatische Schottin Shirley Manson beendete damals seine Karriere, die vor allem in den 90ern ihre Hochzeit erlebte. Die Erfolge erster Stunde will die Band jetzt doch noch mal wiederholen. Mit dem neuen Album "Not Your Kind Of People" soll das Comeback gelingen, das wohl selbst Fans nicht mehr so wirklich erwartet hatten.
Geht es jetzt doch weiter mit Garbage, weil Mansons Solo-Bemühungen scheiterten und auch ihre Versuche als Schauspielerin in der TV-Serie "Terminator: The Sarah Connor Chronicles" nur von kurzer Dauer waren? Wir können nur spekulieren, erinnern uns aber noch gut an rockige Ohrwürmer wie "Only Happy When It Rains", den James-Bond-Titelsong "The World Is Not Enough" oder die düstere Trip-Hop-Nummer "#1 Crush" aus dem Repertoire der Band. Grund genug, ihr eine zweite Chance einzuräumen.
Die große Ernüchterung stellt sich allerdings schon nach wenigen Titeln ein: Shirley und ihre Bandkollegen Steve Marker, Duke Erikson und Butch Vig kopieren sich selbst, knüpfen nahtlos an den Alternative Rock ihrer ersten beiden Longplayer "Garbage" (1995) und "Version 2.0" (1998) an. Dieser klingt nicht mehr ganz zeitgemäß und verliert sich immer wieder im schwammigen Soundbrei ("Felt", "Man On A Wire", "Battle In Me"). Mansons eigentlich markante Stimme bleibt oft gespenstisch im Hintergrund oder geht zwischen all den verhallten Gitarren unter.
Alles so wie früher, nur nicht so gut
Wirkliche Höhepunkte sind nicht auszumachen. Der Opener "Automatic Systematic Habit" rockt immerhin noch recht eingängig, aber nicht gerade originell. "Big Bright World" und "Blood For Poppies" schmecken ein bisschen nach Blondie, sind aber ähnlich schnell vergessen wie das nervig stampfende "I Hate Love". Bei "Sugar" und "Beloved Freak" kommen die lärmenden Gitarren zur Ruhe, Shirley darf jetzt wieder verführerisch hauchen. Doch das hilft nur bedingt: Garbage hatten schon mal bessere Balladen im Angebot.

Überhaupt scheitert die neue CD vor allem am schwachen Songmaterial. Vielleicht haben Garbage Resterverwertung betrieben und bereits vor Jahren aussortierte Titel aus der Schublade herausgekramt. Ob das reicht, um wieder in den Charts zu landen, bleibt zu bezweifeln. Unter einem möglichen Misserfolg leiden Garbage dann übrigens selbst am meisten: "Not Your Kind Of People" wird beim bandeigenen Label "Stun Volume" veröffentlicht. (TEXT-BAUER)
Foto: © Stun Volume, Cooperative Music
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