| Gesehen - DVD / Blu-ray | Dexter: Die vierte Season •••• | 08.02.12 | ![]() |
| Wenn ein Serienkiller zum besorgten Familienvater wird |
Die US-Serie "Dexter" meldet sich mit einer starken vierten Staffel auf DVD zurück. Vor allem Charakterdarsteller John Lithgow glänzt als neuer Widersacher des TV-Serienkillers.
Inhalt: Serienkiller Dexter (Michael C. Hall) kann sein blutiges Hobby als frisch gebackener Familienvater nur noch bedingt ausüben. Seit er mit Rita (Julie Benz), ihrem gemeinsamen Baby und Ritas Kindern Cody und Astor zusammenwohnt, fehlt es ihm vor allem an Schlaf.
Die fehlende Konzentration erweist sich als durchaus gefährlich bei der Spurenbeseitigung, bietet sich doch mal eine Gelegenheit zum Morden. Dabei ist ganz besondere Obacht geboten: Der ehemalige FBI-Agent Frank Lundy (Keith Carradine) kehrt nämlich nach Miami zurück, um den berühmt-berüchtigten "Trinity Killer" aufzuspüren.
Dexter findet den Bösewicht schneller und ahnt: Hier hat er es mit einem Genie zu tun, das er nicht so einfach ausschalten kann. Unter falschem Namen freundet er sich mit dem Killer (John Lithgow) an, um ihn genauestens zu studieren. Schon bald stellt sich jedoch die Frage: Wer hat es eigentlich auf wen abgesehen?
Mit einer Familie im Hintergrund, die er tatsächlich lieb gewonnen hat, muss Dexter eine unerwartete Verletzlichkeit bei sich feststellen. Sein Widersacher weiß darüber nur allzu gut Bescheid und zielt genau auf diesen Schwachpunkt ab. Ein mörderisches Duell auf Leben und Tod nimmt seinen Lauf...
Kritik: Nach der inhaltlich doch etwas schwächeren dritten Staffel der amerikanischen TV-Serie "Dexter" gewinnt Season 4 wieder deutlich an Spannung. Das liegt vor allem an Schauspieler John Lithgow, der als "Trinity Killer" zum kongenialen Gegenspieler Dexters wird. Für seine Rolle wurde Lithgow völlig zu Recht mit einem Emmy und einem Golden Globe bedacht: Den diabolischen Wahnsinn seiner Figur beherrscht der Charakterdarsteller perfekt.
Dagegen wirkt "Dexter"-Hauptdarsteller Michael C. Hall diesmal fast ein bisschen harmlos, auch wenn er das Morden ebenfalls nicht sein lassen kann. Allerdings offenbart der sonst so kaltblütige Serienkiller während der 12 Episoden mehr und mehr Emotionen, vor allem Mitgefühl.
Seine neue Herausforderung als Familienvater bringt ihn immer wieder völlig aus der Routine, verleiten ihn sogar zu verhängnisvollen Fehlern. Diese machen den Protagonisten so verletzlich und angreifbar wie nie zuvor. Das hochdramatische Staffelfinale zeigt schließlich allzu deutlich, wie sehr sich Dexter entwickelt hat.
Verlängerung für den spannenden TV-Dauerbrenner
So komplex der ungewöhnliche Titelheld von den Drehbuchautoren geformt wurde, so stereotyp und eindimensional bleiben die Nebenfiguren der Serie. Jennifer Carpenter als Dexters Schwester Deb oder Keith Carradine als Serienkiller-Spezialist Frank Lundy erweisen sich als Mittel zum Zweck: Sie dienen dazu, dem Handlungsfortschritt wichtige Impulse zu geben oder den großen Showdown noch ein wenig hinauszuzögern. Das Skript hält sich aber nie zu lange mit unwichtigen Randgeschichten auf. Die Spannungskurve stimmt auf jeden Fall. Gleiches gilt für die dezente Dosis an schwarzem Humor, welche die düstere Inszenierung immer wieder auflockert.
Als Special Feautures enthält die DVD-Box ein Interview mit Michael C. Hall und John Lithgow sowie zwei Hintergrundberichte und einen Kommentar zum Seasonfinale. Treue Fans der Serie können bedenkenlos zugreifen. Die Season eignet sich aber auch hervorragend zum Quereinsteigen. In Amerika plant der Pay-TV-Sender Showtime übrigens weiterhin mit "Dexter": Eine siebte und achte Staffel mit je 12 Episoden wurden bereits im vergangenen Jahr beschlossen. (TEXT-BAUER)
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