Gesehen - DVD / Blu-ray | Colombiana ••• | 28.01.12 Drucken
Sexy Zoe Saldana als emotionsloser Rache-Engel

ColombianaWilde Verfolgungsjagden, laute Explosionen und Zoe Saldana. Kurzum: ein Männerfilm!

lnhalt: Als kleines Mädchen muss Cataleya (zuerst Amandla Stenberg, später Zoe Saldana) in Kolumbien erleben, wie Drogenboss Don Luis (Beto Benites) ihre Eltern umbringen lässt. Ihr Vater stellt kurz vor seinem Tod sicher, dass wenigstens seine Tochter entkommen kann.

Cataleya landet in Chicago bei ihrem kriminellen Onkel Emilio (Cliff Curtis), der sie zur Profikillerin ausbildet. Mit Mitte 20 ist sie vielleicht die Beste in ihrem Job und führt Emilios lukrativen Mordaufträge präzise und gut durchdacht aus.

Bis auf eine kleine Ausnahme: Ihre Opfer kennzeichnet sie mit dem Symbol einer Orchidee. Auf diese Weise will die traumatisierte Frau Don Luis auf sich aufmerksam machen. Schon seit ihrer Kindheit hat sie sich geschworen, blutige Rache zu nehmen. Dieser Wunsch treibt sie immer wieder an, das Leben anderer Verbrecher auszulöschen.

Doch nicht nur der Gangster wird schließlich durch die Orchideen-Zeichnungen angelockt. Auch FBI-Agent Ross (Lennie James) ist Cataleya dicht auf den Versen. Kann es ihr wirklich gelingen, gleichzeitig mit ballernden Bösewichten und nicht minder schießfreudigen Cops fertig zu werden?

Kritik: Wie es sich für einen echten Blockbuster gehört, beginnt "Colombiana" spektakulär – mit  einer Kamerafahrt über die Dächer von Mexiko-Stadt. Eigentlich spielt die Handlung zunächst in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá. Doch auf inhaltliche Details kommt es Regisseur Olivier Megaton ("Transporter 3") und Produzent Luc Besson, der auch als Co-Autor am Drehbuch mitgewirkt hat, nicht an. Das wird schon in den ersten Minuten klar.

Colombiana

Die gewaltigen Bilder und die perfekt choreografierten Verfolgungsjagden des Action-Krachers lassen eh kaum Raum für eine komplexe Handlung oder tiefgründige Charaktere. Ganz so durchschaubar und stereotyp hätte es allerdings nicht werden müssen: Gäbe es ein Panini-Klebeheft für Kino-Klischees würde die Figur von Don Luis in das freie Feld mit der Bildunterschrift "Der Pate" passen. Das Gesicht von Hauptdarstellerin Zoe Saldana fände Platz in der "Nikita"-Lücke. Immerhin klaut Besson im letzteren Fall bei sich selbst.

Eine Profikillerin zieht blank

Leider kann nur Amandla Stenberg als junge Cataleya im Prolog glänzen und als Protagonistin funktionieren. Mit einem unschuldigen Kind, das von skrupellosen Verbrechern verfolgt wird, fiebert man automatisch mit. Eine sexy Saldana, die sich später als emotionslose Killerin alle fünf Minuten entkleidet, begeistert höchstens das männliche Publikum. Als Forum für die Nacktszenen dient eine überflüssige, nur am Rande erzählte Liebesgeschichte. Diese bleibt jedoch so steril, dass sie die Bezeichnung als solche kaum verdient hat.

Erst zum großen Showdown, als Cataleya wieder schmerzliche Verluste hinnehmen muss, darf sie Tränen vergießen und auch mal Schwächen zeigen. Lange hält dieser zerbrechliche Moment aber nicht an. Auf die Superkillerin wartet noch ein blutiges Finale mit jede Menge Schießereien und Explosionen. Da wird die Heimkinoanlage ordentlich gefordert, während anspruchsvolle Cineasten gelangweilt gähnen.

Auch die zahlreichen DVD-Extras bleiben ohne Überraschungen: Ein werbliches Making-of, kurze Interview-Fetzen, zähe Probeaufnahmen und Features bieten das Obligatorische. Kann man sich ansehen, muss man aber nicht. (TEXT-BAUER)

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3 Punkte

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Fotos: © Universum Film


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