| Gesehen - DVD / Blu-ray | Cat Run • | 21.01.12 | ![]() |
| Geschmacklose Balkan-Action mit Tarantino-Ambitionen |
Wenn ausgerechnet die böse Auftragskillerin den eigentlichen Protagonisten eines Action-Films die Schau stiehlt, muss etwas schief gelaufen sein – so geschehen bei "Cat Run".
Inhalt: Auf der Sex-Party des skrupellosen Waffenhändlers Jakovic (Branko Djuric) kommt es zu einem Blutbad, als der ehemalige US-Senator Krebb (Christopher McDonald) eine Prostituierte erwürgt. Um den Vorfall zu vertuschen, werden die Kolleginnen der leichten Dame kurzerhand abgeknallt. Nur die hübsche Catalina (Paz Vegas) kann entkommen.
Vor ihrer Flucht gelingt es ihr, die Festplatte mit den Aufzeichnungen der Überwachungskamera einzustecken. Dieses Beweisstück macht die junge Mutter zur Gejagten Nummer eins. In Montenegro bestiehlt sie aus der Not heraus die beiden Möchtegern-Privatdetektive Anthony (Scott Mechlowicz) und Julian (Alphonso McAuley), die so unfreiwillig in ihr Schicksal verwickelt werden.
Die Kumpels beschließen trotz drohender Gefahr durch die sadistische Auftragskillerin Helen Bingham (Janet McTeer), Catalina und ihr Baby zu beschützen. Können Sie den vielen Bösewichten, die hinter ihnen her sind, wirklich den Gar ausmachen?
Kritik: Die neu fürs Heimkino erschienene Action-Komödie "Cat Run" von US-Regisseur John Stockwell wurde kostengünstig in Serbien gedreht. Rein optisch kann der Streifen aber durchaus mit teuren Hollywood-Produktionen mithalten. Auch die Spezialeffekte erweisen sich als durch und durch solide. Das klingt erst einmal vielversprechend. Doch eine schöne Balkan-Kulisse, wilde Schießereien und eine sexy Hauptdarstellerin allein reichen nicht aus, um den B-Movie-Status zu überwinden.
Dafür bedient "Cat Run" viel zu viele Klischees und doch eher eine pubertäre, männliche Zielgruppe als ein erwachsenes Publikum. Diese dürfte den ab 18 Jahren freigegebenen Film zwar eigentlich gar nicht sehen, fühlt sich von der vielen nackten Haut, den comic-ähnlichen Einblendungen und den äußerst brutalen Szenen aber wohl am meisten angesprochen.
Flache Gags und blasse Darsteller
Stockwells bemühte Referenzen an Quentin Tarantino funktionieren bei anspruchsvollen Action-Fans sicher genauso wenig wie die flachen Sprüche des dümmlichen Klamauk-Charakters Julian, gespielt von Alphonso McAuley. Der Comedy-Star, bekannt aus US-Serien wie "Breaking In" und "Love That Girl", bleibt ebenso austauschbar und blass wie Newcomer Scott Mechlowicz als Verlierer-Typ Julian.
Selbst die Spanierin Paz Vegas geht in der Hauptrolle der Catalina ziemlich unter. Das dünne, chaotische Drehbuch verlangt auch nicht mehr von ihr ab, als einfach nur gut auszusehen. Einzig der britische TV-Star Janet McTeer überzeugt als gnadenlose Killerin. Auch ihre Figur mag völlig überzeichnet und stereotyp daherkommen. Doch immerhin gelingt es McTeer, der trashig-geschmacklosen Produktion wenigstens ein bisschen Eleganz zu verleihen. (TEXT-BAUER)
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