| Gesehen - DVD / Blu-ray | Vampire Boys • | 10.01.12 | ![]() |
| Hölzerne Blutsauger mit Muckis, aber ohne Biss |
Ein Vampir ohne Waschbrettbauch ist im trashigen B-Movie "Vampire Boys" fast so undenkbar wie ein Vampir ohne Reißzähne.
Inhalt: Vampir Jasin (Jason Lockhart) rennt die Zeit davon. Wenn er nicht bald seinen Seelenverwandten findet und diesen verwandelt, wird er sterben. Damit wäre auch das Schicksal seiner drei mehr oder weniger folgsamen Gefährten (Dylan Vox, Tanner Acord, Jess Allen) besiegelt, die ihm bei der Suche nach der richtigen Person helfen.
Die Wahl fällt schließlich auf eine junge Frau namens Tara (Zasu). Diese würde sich auch bereitwillig beißen lassen. Eine Vision offenbart Jasin jedoch einen anderen möglichen Kandidaten. Dabei handelt es sich um den Studenten Caleb (Christian Ferrer), den Jasin ausfindig macht und für sich gewinnen will.
Jasins plötzlicher Sinneswandel stößt bei seinen Vampir-Freunden nicht unbedingt auf Begeisterung. Doch Caleb ist der Richtige und soll frei entscheiden, ob er gebissen werden will. Noch ehe der eine Wahl getroffen hat, kommt es unter den Vampiren zum Streit. Kann sich Jasin als Anführer der Blutsauger behaupten?
Kritik: Die Low-Budget-Produktion "Vampire Boys" aus dem vergangenen Jahr scheint vom anhaltenden Blutbeißertrend im Kino und Fernsehen profitieren zu wollen. Ohne den Erfolg von "Twilight", "Vampire Diaries" und Co wäre der trashige B-Movie wohl gar nicht entstanden und hätte es erst recht nicht auf DVD geschafft.
Damit sich diese verkauft, präsentieren die bissfreudigen Protagonisten auf dem Cover ihre bis zum letzten Bauchmuskel durchtrainierten Oberkörper. Und nicht nur dort: Nahezu die komplette Laufzeit des gerade mal 70 Minuten langen Streifens springen die unnatürlich aufgepumpten Vampire ohne Hemd durchs Bild. Dabei machen sie mit Vorliebe Jagd auf unschuldige Opfer, die ebenfalls nackig im Wald herumspringen.
Fast könnte man meinen, man sei in einem Softporno gelandet. Doch es bleibt bei ein paar kurzen, unbeholfenen Nacktszenen ohne bemühte Aktsimulation. Vielleicht wäre eine solche aber nicht so peinlich ausgefallen wie die Versuche der Laiendarsteller, die platten Dialoge des dünnen Drehbuchs aufzusagen. Die beste Figur macht noch Jason Lockhart als durchaus charismatischer Vampir-Anführer Jasin. Gemeint ist damit tatsächlich nicht sein tadelloser Waschbrettbauch, sondern sein halbwegs erträgliches Spiel.
Unfreiwillige Comedy-Nummer
Wunder kann er allerdings keine bewirken: An "Vampire Boys" stimmt einfach zu vieles nicht. Das fängt schon an bei der schlechten Ausleuchtung und den vielen verwackelten Aufnahmen, die dann auch noch unkoordiniert und abrupt zusammengeschnitten wurden. Die musikalische Untermalung zeugt nicht nur von einem miesen Timing des Cutters, sondern ebenso von einem wirklich schlechten Geschmack des Soundtrack-Verantwortlichen. Über das an Traubensaft erinnernde Filmblut in den Beißszenen und die Vampirreißzähne, welche die Darsteller beim Sprechen behindern, sei besser kein weiteres Wort verloren.
Doch gerade weil bei "Vampire Boys" so gar nichts stimmen will, verfügt das Filmchen über einen nicht zu unterschätzenden Unterhaltungswert. Die wenig professionelle Umsetzung sorgt für eine Überdosis unfreiwillige Komik. Wenn man es genau nimmt, war das beim ersten "Twilight"-Teil vielleicht nicht so extrem, aber ähnlich. Trotzdem: Selbst unersättliche Vampirfans müssen dieses überflüssige Werk von Regisseur Charlie Vaughn nicht gesehen haben. (TEXT-BAUER)
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