Gehört - CD / MP3 | Kelly Rowland: Here I Am •• | 02.12.11 Drucken
Kelly Rowland bittet auf die Tanzfläche

Kelly Rowland - Here I Am

Lady Gaga hat den Euro-Dance wieder chartsfähig gemacht. Kelly Rowland ist längst auf den Trend aufgesprungen. Auf ihrer neuen CD serviert sie eine Überdosis Plastik-Beats.

Nach Beyoncé ist Kelly Rowland die zweite international erfolgreiche Sängerin, die aus der Girlgroup Destiny's Child hervorging. Während Beyoncé inzwischen Superstar-Status genießt, kann ihre ehemalige Kollegin trotz ähnlicher Stimmgewalt da noch immer nicht ganz mithalten. Vielleicht hat sich die 30-Jährige deshalb so viel Zeit für ihr drittes Solo-Album gelassen, das nach der US-Veröffentlichung im Sommer jetzt auch hierzulande erhältlich ist.

Mit einem Mix aus typisch amerikanischem R'n'B und europäischen Dance-Beats versucht sich Rowland nun endgültig zu etablieren. Clevere Kollaborationen mit David Guetta bei "When Love Takes Over" und "Commander" sowie bei "What A Feeling" mit Alex Gaudino bescherten ihr bereits hohe Chartsplatzierungen. Die Single-Hits sind allesamt auf "Here I Am" vertreten, obwohl sie nicht mehr unbedingt ganz taufrisch sind.

Unterstützung vom Lady-Gaga-Entdecker

Der gerade erst veröffentlichte Clubtrack "Down For Whatever", der von RedOne (Lady Gaga, Usher, Mika) produziert wurde, funktioniert nach ähnlichem Strickmuster: Bewährte Sounds aus dem Dance-Baukasten treffen auf eine simple Melodie und Kellys markante Stimme. Letztere bleibt das einzige Besondere daran – trotz im Grunde überflüssiger Effekte auf den Gesang.

© Universal Music
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Immerhin gehen die Dancefloor-Kracher gut ins Ohr, was man leider nicht unbedingt von R'n'B-Schepper-Allerlei wie "I'm Dat Chick", "All Of The Night" und "Motivation" behaupten kann. Es bleibt bei seelenloser Massenware von der US-Stange. Ob diese nun von Rihanna, Beyoncé oder eben einer Kelly Rowland intoniert wird, spielt keine Rolle. Wenig überraschende Albumgäste wie Lil Wayne, Big Sean und Lil Playy schaffen es auch nicht, das Songmaterial mit Rap-Einlagen aufzuwerten.

Coole Plastik-Beats statt große Emotionen

Plastik-Beats werden bei Kelly Rowland extra groß geschrieben. Sanfte Balladen haben da eindeutig das Nachsehen. Nur in wenigen Momenten wird es kuschelig wie bei "Keep It Between Us" und "Heaven & Earth" – und selbst hier setzen früher oder später synthetische Beats im Hintergrund ein. Das wird Kellys gefühlvoller Stimme nicht gerecht.

Doch Hauptsache, die Künstlerin ist zufrieden mit ihrem Werk: "Das ist haargenau der Sound, mit dem ich mich zurückmelden wollte", soll Kelly laut Pressetext beteuert haben. Wenn ihre Fans genauso denken und weitere hinzukommen, kann sie vielleicht auch endlich Beyoncé den Superstar-Rang ablaufen. Die Chancen stehen trotz Durchschnittsware nicht schlecht: Frau Knowles letzter Longplayer "4" wurde von den Kritikern zerrissen und blieb weit hinter den Verkaufserwartungen zurück. (TEXT-BAUER)

Wertungslegende Redaktionswertung:

2 Punkte

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