| Gehört - CD / MP3 | Bruno Mars: Doo-Wops & Hooligans ••• | 14.01.11 | ![]() |
| Baggern für Dummies mit Bruno Mars |
Lust auf einen One-Night-Stand mit Bruno Mars? Mehr ist aber nicht drin: Nach plumper Anmache und ein paar schnellen Nummern wird er auf Nimmerwiedersehen verschwinden.
"Deine Augen glänzen so wunderschön wie die Sterne am Himmel!" – Frauen, die auf solch platte und abgedroschene Anmachsprüche stehen, werden Bruno Mars hoffnungslos verfallen. Der 1985 in Waikiki geborene Sänger liefert auf seinem Debütalbum "Doo-Wops & Hooligans" unzählige weitere Liebesfloskeln ab. Das hören naive Mädels gerne, bevor sie eine bittere Enttäuschung erleben: Alles nur heiße Luft!
Gleich im Opener "Grenade" verspricht Bruno alles für seine Süße zu tun. Er würde sogar vor einen Zug für sie springen. Ach, ist das nicht heldenhaft romantisch? Das Ganze kommt zudem im griffig-seichten Boygroupsound daher, zu dem diese samtweiche Stimme bestens passt. Im bereits erprobten Top-10-Hit "Just The Way You Are" hagelt es im Anschluss Kompliment über Kompliment für die Angebetete. Dazu noch der obligatorische Hundeblick und die Kleine wird früher oder später schwach.
Song-Quiz für Karaoke-Fans
So hartnäckig wie Bruno an seinem Bagger-Opfer kleben bleibt, bis dieses nachgibt, wollen auch die Melodien seiner Songs nicht mehr so schnell aus dem Ohr gehen. Das liegt vielleicht aber auch daran, dass sie einem schon beim ersten Hören so vertraut vorkommen. Kein Wunder, sind sie doch genauso geklaut wie seine Liebesschwüre. Karaoke-Fans sollten unbedingt einmal versuchen, den Hit "Doesn`t Mean Anything" von Alicia Keys auf das Playback von "Just The Way You Are" zu singen. Klappt hervorragend! Die Ballade "Talking To The Moon" erinnert dagegen stark an "Better In Time" von Leona Lewis.
Das heitere Plagiate-Ratespiel lässt sich ähnlich wie bei einem von Dieter Bohlen produzierten Album auch bei den restlichen Titeln nach Belieben fortführen. Den Melodien-Diebstahl hat Bruno übrigens gemeinsam mit seinen Songwriter-Kollegen Ari Levine, Brody Brown und Philip Lawrence begangen. Das Trio schrieb auch den Ohrwurm "Fuck You" für den US-Sänger Cee-Lo Green, der Bruno neben Rapper B.o.B. bei der soulig-schwungvollen Nummer "The Other Side" unterstützt. Wenn das mal keine Single wird!
Der Sommer kann kommen
Ganz auf Sommerhit getrimmt sorgen "The Lazy Song" und "Liquor Store Blues", ein Duett mit Damian Marley, dank dezenter Reggae-Elemente für Urlaubsstimmung. Bei dem mit Glöckchen überladenen "Marry You", dem gut gelaunten "Count On Me" und dem etwas dudeligen "Somewhere In Brooklyn" darf Mars dagegen wieder in die Rolle des schleimenden Charmeurs schlüpfen.
Als einzige Überraschung auf "Doo-Wops & Hooligans" erweist sich der rockige Uptempo-Track "Runaway Baby", der allerdings wenig Hitpotenzial mitbringt. Gleiches gilt für die todlangweilige R’n’B-Schlafzimmerballade "Our First Time" – der mit Abstand schlechteste Song des insgesamt sehr beliebigen Albums. Es sieht ganz so aus, als wäre Bruno Mars wirklich nur der Typ für einen Hit und eine Nacht! (TEXT-BAUER)
Jetzt anmelden
Weitere Rezensionen
Aktuelle Kritiken: Frisch Probe gehört
Kurzchecks: Alben, Singles, Hörbücher...
Exklusiv: Topaktuelle Vorab-Kritiken







Redaktionswertung:
