| Gehört - CD / MP3 | Sophie B. Hawkins: The Crossing •••• | 13.06.12 | ![]() |
| US-Songwriterin Sophie B. Hawkins zeigt Mut zur Zerbrechlichkeit |

Lange ließ Sophie B. Hawkins ihre Fans auf eine neue CD warten. Die Wiederhörensfreude ist entsprechend groß!
Acht Jahre nach ihrem letzten Studioalbum "Wilderness" meldet sich die charismatische US-Songwriterin Sophie B. Hawkins endlich zurück. In den 90ern prägte ihre Musik eine ganze Generation: Hits wie "Damn I Wish I Was Your Lover", "As I Lay Me Down" und "Right Beside You" sind inzwischen Pop-Klassiker und werden noch immer gerne von den Radiostationen gespielt.
Ihr neues Songmaterial vom Longplayer "The Crossing" kommt vielleicht nicht ganz so gefällig daher, erweist sich aber mindestens als genauso stimmungsvoll und intensiv. Letzteres liegt vor allem an Sophies nach wie vor markanter Stimme, die noch rauchiger und zerbrechlicher als damals wirkt.
Diese kratzt mal lautstark wie beim rockigen Opener "Betchya Got A Cure For Me" oder der impulsiven Folk-Nummer "Gone Baby", die Hawkins zusammen mit der Schauspielerin und Sängerin Mary Steenburgen geschrieben und eingesungen hat. Mal schnurrt die 44-jährige New Yorkerin verführerisch und mit ganz viel Soul beim verträumten "The Land The Sea And The Sky" und dem dezent groovenden "Georgia".
Sophie singt sich die Seele frei
Gerade weil sich Sophie oft zurücknimmt, die Strophen mehr haucht als singt, ihre Stimme wie bei der Pianoballade "Miles Away" dann aber auch bewusst an ihre Grenzen führt, transportiert sie so viele Emotionen. Man kann ganz deutlich hören, wie sich die Musikerin ihre Seele freisingt. Sie verarbeitet in ihren Songs die quälenden Erinnerungen an ihre Kindheit, die sie durch den Tod ihres Vaters wieder einholten.
Doch auch die schönen Erlebnisse aus Sophies Leben wie die Geburt ihres Sohnes im Jahre 2008 kommen in unbeschwerten, hoffnungsvollen Jazz-Stücken wie "A Child" zum Ausdruck. Das selbstbewusste "Heart And Soul Of A Woman" und das dynamische "I Don't Need You" spielen zudem mit bluesigen Elementen. Beim traditionellen Spiritual "Sinnerman" beweist Hawkins Spontanität und Experimentierfreude, mit "Missing" und "Red Bird" noch einmal ihr Talent für gefühlvolle Gänsehaut-Momente.
Quasi als Zugabe enthält "The Crossing" zwei Alternativ-Versionen von "Betchya Got A Cure For Me" und "Missing" sowie Akustik-Aufnahmen von Sophies Single-Erfolgen "Damn I Wish I Was Your Lover" und "As I Lay Me Down".
Was besonders gefällt: Hawkins hat an ihrem selbst produzierten Comeback-Album nichts glatt gebügelt. Die Songs sind wunderbare Momentaufnahmen, die gerade wegen kleiner Übersteuerungen und ihrem starken Live-Charakter technisch vielleicht nicht immer perfekt, aber dafür umso authentischer sind. Bitte mehr davon! (TEXT-BAUER)
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