| Gehört - CD / MP3 | Peter Cincotti: Metropolis •••• | 17.05.12 | ![]() |
| Schluss mit dem Jazz: Peter Cincotti kommt im Pop-Genre an |

Er kuschelt, groovt, rockt und singt besser als Chris Martin: US-Pianoman Peter Cincotti meldet sich mit seinem neuem Longplayer zurück.
Jazz und Swing waren gestern. Pianist, Sänger und Songwriter Peter Cincotti aus New York will mit seinem vierten Album "Metropolis" in den Pop-Charts mitmischen. Der Genre-Wechsel zeichnete sich schon mit der Vorgänger-CD "East Of Angel Town" (2007) ab, die mit "Goodbye Philadelphia" einen griffigen Radiohit hervorbrachte. Doch während sich auf dem Longplayer damals noch klar das jazzig gespielte Piano wie ein roter Faden durch die Songs zog, sind es diesmal die eingängigen Melodien, die flotten Beats und die kraftvollen Gitarrenriffs.
Coldplay können's nicht so gut
Selbst dezente Dance-Elemente lässt Cincotti einfließen, wobei er dabei kaum auf eine elektronische Instrumentierung zurückgreift: "My Religion" und "Magnetic" sind zum Teil arrangiert wie Clubtracks, besitzen aber von ein paar vorsichtig dosierten Synthieflächen abgesehen eine angenehm rockig-poppige Verpackung. Ähnliches haben zuletzt auch Colplay mit "Viva La Vida" und "Every Teardrop Is A Waterfall" versucht.
Cincotti gelingt dieser Stilmix aber noch besser, weil er immer wieder mit Harmoniebrüchen überrascht und auch stimmlich deutlich mehr zu bieten hat als ein Chris Martin: Egal ob in den ganz hohen oder in tieferen Tonlagen – Cincotti kann mit seinem kraftvollen, markanten Gesang überzeugen. Besonders viel Gefühl legt er wieder in seine hymnischen Power-Balladen: "Take A Good Look", "Madeline" und "Before I Go" erweisen sich als kitschfreier, pianolastiger Kuschelrock.
Wenig erinnert an Cincottis Jazz-Wurzeln
Auch beschwingt-sommerliche Stücke wie "Do Or Die" und "World Gone Crazy" stehen dem 28-Jährigen sehr gut, selbst wenn er hier vielleicht ein bisschen zu beliebig und radiokompatibel klingt. So ein paar sichere Gute-Laune-Nummern, die man gleich beim ersten Hören mitsummt, können aber nicht schaden. Trotzdem muss man sagen, dass Peters musikalische Wurzeln auf "Metropolis" wirklich kurz kommen.

"Nothing's Enough" bleibt der einzige Song, der ein bisschen sperriger groovt und an die Jazz-Vergangenheit des Musikers erinnert. Mit dem soulig-funkigen "Fit You Better" und dem bombastischem Titelsong beweist Peter Cincotti jedoch, dass er sich nicht zwangsläufig auf ein Genre festlegen muss, um zu gefallen. Eine seiner Stärken ist ganz klar seine Vielseitigkeit.
Trotz der vielleicht etwas zu glatten Produktion durch John Fields (Switchfoot, Jonas Brothers) ist "Metropolis" ein sehr abwechslungsreiches und gutes Pop-Album geworden, das Spaß macht und viele Ohrwürmer für die nächsten Monate bereithält. (TEXT-BAUER)
Fotos: © Burton Yount
Jetzt anmelden
Weitere Rezensionen
Aktuelle Kritiken: Frisch Probe gehört
Kurzchecks: Alben, Singles, Hörbücher...
Exklusiv: Topaktuelle Vorab-Kritiken







Redaktionswertung:
