| Gehört - CD / MP3 | Sebastian Wurth: Strong ••• | 08.02.12 | ![]() |
| Teenie-Star mit Potenzial trotz DSDS-Vergangenheit |

Nur optisch ein Justin Bieber: DSDS-Entdeckung Sebastian Wurth mag es auf seiner ersten CD vorwiegend akustisch und ein bisschen altbacken.
Sebastian Wurth, da war doch was. Stichwort: "Deutschland sucht den Superstar". Der inzwischen 17-Jährige wurde 2011 Fünfter in der RTL-Castingshow. Damit entkam er den Fängen Dieter Bohlens und einem schnell produzierten Wegwerfalbum, wie es Gewinner Pietro Lombardi veröffentlicht hat.
Überhaupt liegen Welten zwischen Sebastian und seinem ehemaligen Mitstreiter. Er zählt zu den wenigen Entdeckungen des Formats, die tatsächlich richtig gut singen können. Trotz seines jungen Alters verfügt der Teenager aus Wipperfürth in Nordrhein-Westfalen über eine überraschend erwachsene Stimme mit einem angenehm warmen Timbre.
Klassiker von Simon & Garfunkel muss herhalten
Schon seine Debütsingle "Hard To Love You" aus dem vergangenen Jahr erinnerte mehr an einen deutlich älteren Kollegen wie Sasha als an zu Plastik-Beats tanzenende Sternchen seiner Altersklasse. Leider hat es der sehr gelungene und eingängige Vorbote nicht auf Sebastians ersten Longplayer "Strong" geschafft. Die 12 neuen Songs schlagen aber in eine ganz ähnliche Richtung:
Mit den Produzenten und Songwritern Matthias Hass (Roger Cicero), Christian Fleps (Marquess), Ivo Moring (Christina Stürmer) und Peter Ries (No Angels) sind unbeschwerte Gitarren-Popnummern entstanden. Diese wirken wie das überflüssige Cover des Klassikers "Sound Of Silence" im Duett mit Dominik Büchele (DSDS-Vierter 2009) durchaus etwas altbacken für die Bravo-Zielgruppe. Doch allein Wurths Justin-Bieber-Look und die naiv-unschuldigen Lyrics übers erste Liebesglück und den ersten Herzschmerz dürften reichen, um die Mädels zu bezirzen.
Erwachsenwerden kann noch warten
Es versteht sich also von selbst, dass "Strong" keinerlei Ecken und Kanten aufweisen kann und absolut schwiegermuttertauglich bleibt. Alles andere hätte aber auch nicht gepasst: Wurth ist der nette Junge von nebenan, der noch genügend Zeit hat, um erwachsen zu werden und als Musiker zu reifen.
Vor allem auf der zweiten Albumhälfte hat der Newcomer einige sympathische Ohrwürmer am Start: Das dezent rockige "Better Days", das an Milow erinnernde "In Love With A Maniac" und das sommerliche "Goodbye California" machen gute Laune und müssen Sebastian auch rückblickend in zehn Jahren nicht peinlich sein. (TEXT-BAUER)
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