Gehört - CD / MP3 | Terry Hoax: Serious •• | 25.01.12 Drucken
Manchmal kommen sie wieder, nur anders und schwächer

Terry Hoax

Terry Hoax sind im Mainstream angekommen – aber nicht genug, um als kommerzieller Pop-Act zu funktionieren.

Terry Hoax ist eine Rockband aus Hannover. Das muss man durchaus vorausschieben, obwohl es sich bei "Serious" bereits um das siebte Album des Quintetts handelt. Sein Bekanntheitsgrad litt zwangsläufig unter der Funkstille zwischen den Jahren 1996 und 2008. Nach einem vielversprechenden Karrierestart kam es damals aufgrund musikalischer Differenzen zur Trennung.

Als Support Act auf der Abschiedstour von Fury In The Slaughterhouse feierten Terry Hoax vor gut vier Jahren ihr überraschendes Comeback. "Band Of The Day", der erste Longplayer nach der Reunion, konnte 2009 allerdings nicht an alte Erfolge anknüpfen. Inzwischen ist nur noch Frontmann Oliver Perau von der Originalbesetzung übrig geblieben.

Neue Band mit altem Kopf

Doch diese Tatsache bleibt nur einer von vielen Kompromissen, mit denen Fans der frühen Stunde leben müssen: "Serious" hat mit dem ursprünglichen Sound der Band nicht mehr viel gemein, mal abgesehen von Peraus markantem Organ. Terry Hoax verabschieden sich endgültig vom erdigen Alternative-Rock und tauchen lieber ein in seichte Mainstream-Gefilde.

Terry Hoax

Fürs heimische Formatradio klingen gefällige Nummern wie der Opener "What Are You Here For?" und das melodiöse "Mistakes" vielleicht noch nicht glatt genug. Aber die Fahnen wehen klar in Richtung Pop. Das gilt vor allem für die ruhigeren und balladesken Songs ("I Wouldn't Mind It", "Sweet Child"), die brav und langweilig vor sich hinplätschern.

Das gewisse Etwas fehlt zum Hit

Ganz nette Ska-Momente beim tanzbaren "Sense Of Pleasure" werden durch billige Handklastcher aus dem Computer sogleich ruiniert. Die gesanglichen Hooklines beim sonst recht soliden "Addicts Always Want Some More" und der Single "Ready" wirken wie ein halbherziges Zugeständnis an die breite Masse. Für die Hittauglichkeit fehlt es dem Material dennoch am nötigen Feinschliff sowie an zündenden Ideen.

Extreme Kreativarmut offenbart sich leider auch in Form der durchgehend platten Lyrics im Anfänger-Englisch. Als größter Ausrutscher der CD erweist sich das orientalisch angehauchte Stück "Istanbul", das fast schon als klischeebeladener Beitrag zum Eurovision Song Contest durchgehen könnte. Entgegen des Albumtitels mag man Terry Hoax nicht mehr so wirklich serious nehmen. (TEXT-BAUER)

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