| Gehört - CD / MP3 | Christina Perri: Lovestrong ••• | 17.01.12 |
| Das große Herzschmerz-Leiden der jungen Christina Perri |
Liebeskummer lohnt sich nicht, heißt es in einem alten Schlager. Das wäre auch ein toller Ratschlag für US-Newcomerin Christina Perri gewesen.
Es ist mal wieder eine dieser YouTube-Geschichten. Christina Perri nutzte die Videoplattform wie so viele andere Nachwuchsmusiker, um die Werbetrommel für sich zu rühren. Eifrig stellte die Songwriterin aus Philadelphia Clips von sich ins Internet. Der Erfolg ließ eine Weile auf sich warten, doch die Mühe zahlte sich schließlich aus: Als Christinas Ballade "Jar Of Hearts" in der US-Tanzshow "So You Think You Can Dance" für einen Auftritt als Hintergrundmusik zum Einsatz kam, änderte sich mit einem Schlag alles für die damals 24-Jährige.
Eine geballte Ladung Herzschmerz-Balladen
Die Nachfrage der TV-Zuschauer nach dem Ohrwurm war riesig und Christina wurde persönlich in die Sendung eingeladen, um ihn noch einmal live vorzutragen. "Jar Of Hearts" stürmte im Anschluss die US-Charts und brachte der Sängerin einen Major-Plattenvertrag mit Atlantic Records ein. Das war bereits im Sommer 2010. Christinas Debüt-Longplayer "Lovestrong" folgte im Mai 2011 und kletterte bis auf Platz 4 in Amerika. Mit ihrer Karriere als Café-Managerin war es endgültig vorbei!
Nach dem späten Erfolg der Single in Deutschland wird Ende Januar nun auch bei uns das Album veröffentlicht. Das wartet wenig überraschend mit einer Überdosis Herzschmerz-Balladen auf, die ähnlich gestrickt sind wie "Jar Of Hearts". Es mangelt nicht an gefälligen Piano-Akkorden wie gleich beim Opener "Bluebird" oder dem melancholischen "Distance". Diese verlassen sich auf bewährte Strickmuster und sind jederzeit um schöne Harmonien bemüht... die man schon unzählige Male zuvor gehört hat. Das theatralische Liebesleiden der Christina P. erweist sich daher als ziemlich beliebig und wenig kreativ.
Irgendwo zwischen plärrendem Teenie und Avril Lavigne
Letzteres gilt übrigens auch für die Lyrics: Die klischeebeladenen Textzeilen könnten auch aus dem Tagebuch einer 16-Jährigen stammen, die gerade ihren ersten Freund beim Knutschen mit einer anderen erwischt hat. Entsprechend hängt der musikalische Himmel immer wieder voller Geigen. Besonders kitschig ist das bombastische "The Lonely" ausgefallen.
Was macht ein Teenager bei Liebeskummer noch, außer in Selbstmitleid zu versinken? Richtig: Er plärrt ins Kissen. Christina hat sich fürs Mikro entschieden und erinnert beim inbrünstigen Intonieren immer wieder an Kollegin Avril Lavigne. Okay, Perri mag eine Klasse besser singen, aber ihre Stimmfarbe ist mindestens genauso anstrengend, der Quäkfaktor enorm. Bei voller instrumentierten Songs wie dem dezent rockigen "Arms" und dem schwungvollen "Bang Bang Bang" fällt das weniger ins Gewicht als bei den ruhigen Balladen.
Vielleicht sollte Perri fürs nächste Album also ein paar E-Gitarren auspacken und das Tempo anziehen. Mit dem durchschnittlichen Kuschel-Songwriter-Pop auf "Lovestrong" sticht sie jedenfalls nicht aus der Masse heraus. Vorerst bleibt sie ein One-Hit-Wonder. (TEXT-BAUER)











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